Auslandstelefonie

Telekom ist nicht immer am teuersten

Deutlich günstiger als mit der Telekom lässt sich mit Call-by-Call ins Ausland telefonieren. Das Verbraucherportal Verivox hat jetzt ermittelt, dass andere Festnetz-Anbieter aber oft noch viel teurer sind als der Magenta-Riese. Hier muss der Kunde andere Lösungen suchen.

Telefonieren© pablocalvog / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Seit vor 16 Jahren das Monopol für Sprachtelefonie-Dienste fiel, können Kunden der Deutschen Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) bei jedem Gespräch unter Dutzenden von Anbietern wählen. Wie das unabhängige Verbraucherportal Verivox zeigt, funktioniert der Wettbewerb bei Auslandsgesprächen inzwischen so gut, dass alternative Anbieter oft höhere Minutenpreise verlangen als der Marktführer.

Minutenpreise fürs Ausland teilweise viel höher

Besonders interessant sind sogenannte Call-by-Call-Vorwahlen für Ziele wie Kasachstan, Bosnien-Herzegowina oder Kolumbien, für die es in der Regel keine Flatrates gibt. "Wer nicht bei der Telekom, sondern bei einem anderen Anbieter Kunde ist, kann keine Call-by-Call-Vorwahlen nutzen – die oft um 90 Prozent günstiger sind. Für manche Ziele zahlen Kunden alternativer Anbieter inzwischen sogar deutlich mehr als bei der Telekom", sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Sven Ehrmann. So beträgt beispielsweise beim größten deutschen Kabelanbieter Kabel Deutschland der günstigste Europa-Tarif 4,9 Cent pro Minute, bei der Telekom zahlen Kunden mit 2,9 Cent erheblich weniger.

Nur die Telekom muss Call-by-Call anbieten

Über viele Jahre musste sich die Telekom jeden neuen Sprachtarif von der Regulierungsbehörde (heute: Bundesnetzagentur) vorab genehmigen lassen. Ziel dieser und anderer regulatorischer Maßnahmen war es, den Wettbewerb auf einem zuvor monopolisierten Markt anzukurbeln. In der Folge haben sowohl die Regulierung als auch der Boom neuer Techniken wie DSL und UMTS in den kommenden Jahren für deutlich sinkende Endkundenpreise gesorgt. "Die für Verbraucher erfreuliche Preisentwicklung stagniert jedoch inzwischen weitestgehend", stellt Ehrmann fest. "Aus Verbrauchersicht wäre es wünschenswert, wenn jeder Telefon- und DSL-Anbieter zur Zulassung von Call-by-Call verpflichtet werden würde, nicht nur die Telekom."

Call-by-Call ist fast immer am günstigsten

Zwar können Telefonkunden, unabhängig von ihrem Anbieter, auch über internet- bzw. softwarebasierte Dienste telefonieren (Voice over IP, Callback und Callthrough). Das funktioniert auch mit modernen Handys. Eine deutlich einfachere Handhabung und ein viel größeres Sparpotenzial bieten jedoch Call-by-Call-Vorwahlen, die trotz insgesamt rückläufiger Zahlen für Festnetz-Telefonie immer noch eine wichtige Größe für viele Telefonkunden sind: Nach Angaben des Verbandes VATM liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer (in Haushalten ohne Flatrate) seit Jahren stabil bei rund 80 Minuten pro Monat.

Aus Expertensicht solle deshalb statt über die Abschaffung von Call-by-Call über die Abschaffung der einseitigen Regulierung diskutiert werden. Die bisherige Praxis schränke die Wahlmöglichkeiten für Verbraucher erheblich ein, so Verivox.

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