Preissteigerungen

Telekom greift Powerusern tiefer in die Tasche

Wie sich schon andeutete, wird die Deutsche Telekom ab Mai für Internet-Neuverträge nur noch bestimmte Datenkontingente zur Verfügung stellen.

Tarife© rkolbabek / iStockphoto.com

Wie sich schon andeutete, wird die Deutsche Telekom ab Mai für Internet-Neuverträge nur noch bestimmte Datenkontingente zur Verfügung stellen. Wer mehr Traffic wünscht, muss dafür tiefer in die Tasche greifen. Am teuersten wird das Highspeed-Surfen in den kleinsten Verträgen.

Nach Erreichen der Volumengrenze nur noch DSL Light

Ab kommenden Donnerstag stellt die Telekom die Tarifstruktur für Internetanschlüsse im Festnetz um: Genauso wie im Mobilfunk wird es künftig für neue Call&Surf- und Entertain-Verträge feste Volumenbudgets geben. Ist die jeweilige Volumengrenze erreicht, können die Nutzer nur noch mit 384 Kbit/s im Downstream surfen, dem so genannten DSL Light. Zunächst sollen nur die Leistungsbeschreibungen angepasst werden, hieß es aus Bonn, die Limitierung werde zunächst auch in Neuverträgen noch nicht technisch umgesetzt. Später, wenn tatsächlich limitiert wird, sollen interessierte Kunden über kostenpflichtige Zubuchoptionen weiteres Hochgeschwindigkeits-Volumen hinzubuchen können.

Tatsächliche Limitierung erfolgt angeblich erst 2016

Zur Begründung teilte der Ex-Monopolist mit, immer höhere Bandbreiten ließen sich nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren. Deshalb werde man Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen in Zukunft mehr berechnen müssen. Die Einführung der neuen Tarife erfolge schrittweise: Zunächst werden zum 2. Mai 2013 die Leistungsbeschreibungen für neue Verträge angepasst. Bestehende Verträge seien von den Änderungen nicht betroffen. Wann die Telekom die Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich einführt, hänge von der  Verkehrsentwicklung im Internet ab. Bislang geht man beim Magenta-Riesen davon aus, dass die Limitierung technisch nicht vor 2016 umgesetzt werden wird. Bis dahin wird sich das Datenaufkommen im Internet vervierfacht haben, sagen derzeitige Prognosen.

Welche Volumina bald in welchen Verträgen gelten

Das geringste integrierte Datenvolumen beträgt künftig 75 GB (für alle Tarife mit bis zu 16 Mbit/s). Wer VDSL bzw. Glasfaser bestellt hat und mit bis zu 50 Mbit/s surft, bekommt ein Volumen von 200 GB. Tarife mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s enthalten ab Mai ein Inklusivvolumen von 300 GB, und wer einen Tarif mit bis zu 200 Mbit/s gebucht hat, bekommt 400 GB in Highspeed zur Verfügung gestellt. Die Nutzung des IP-Fernsehens Entertain soll nicht auf das im Tarif enthaltene Volumen angerechnet werden, ebensowenig wie Sprachtelefonie über den Telekom-Anschluss und geteilte WLAN-Nutzung über den Telekom-eigenen Dienst. Reguläre Internetdienste würden diskriminierungsfrei nach dem "Best-Effort"-Prinzip behandelt, das bedeutet: so gut es die zur Verfügung stehenden Ressourcen ermöglichen. Das gelte auch für Internetdienste der Telekom.

Kosten für Zubuchoptionen noch nicht bekannt

Mit der Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung will die Telekom Zubuchoptionen einführen. Damit können Kunden auch über das integrierte Volumen hinaus das Internet mit Hochgeschwindigkeit nutzen. Details und Kosten der Zubuchoptionen sollen erst später bekannt gegeben werden. Vor der technischen Realisierung sollen die Kunden die Möglichkeit bekommen, ihren Datenverbrauch im Kundencenter im Internet nachvollziehen zu können. Marktbeobachter gehen davon aus, dass andere Internetanbieter nachziehen und künftig in Neuverträgen ebenfalls feste Volumina vorgeben werden.

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