Letzte Meile

Telekom fordert mehr Miete für ihre Leitungen

Die Telekom will von ihren Wettbewerbern deutlich höhere Mieten für Kundenanschlüsse verlangen. Der Konzern habe bei der Netzagentur eine Erhöhung der Entgelte für die sogenannte letzte Meile um knapp ein Viertel von derzeit 10,08 Euro auf 12,37 Euro monatlich beantragt.

22.01.2013, 10:39 Uhr
Telekom© Deutsche Telekom AG

Bonn (dapd/afp/red) - Der Ex-Monopolist beantragte bei der Bundesnetzagentur, die sogenannten TAL-Entgelte zur Jahresmitte zu erhöhen, wie das Unternehmen am Dienstag in Bonn mitteilte.

Auch dem Endkunden drohen Preiserhöhungen

Setzt sich die Telekom mit ihrer Forderung durch, könnte dies zu Preiserhöhungen für Millionen Endverbraucher führen. Denn die TAL-Entgelte spielen eine zentrale Rolle im Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt. Die Überlassung der "letzten Meile" ist Teil fast aller Vorleistungsprodukte, die der Bonner Telekommunikationskonzern seinen Wettbewerbern anbietet. Derzeit hat die Telekom rund 9,5 Millionen Anschlüsse vermietet.

Investitionen sollen sich lohnen

Der Deutschland-Chef des Konzerns, Niek Jan van Damme, begründete die Forderung mit höheren Kosten. Er verwies zudem auf Ankündigungen der EU, die eine investitionsfreundlichere Regulierung zugesagt habe. "Wir nehmen EU-Kommissarin Neelie Kroes beim Wort und erwarten konkrete Anreize für unsere milliardenschweren Investitionsvorhaben", sagte der Manager. "Wer Breitbandnetze massiv ausbaut, braucht Sicherheit darüber, dass die Infrastruktur nicht weiter entwertet wird", erklärte von Damme.

Bei den Telekom-Wettbewerbern stieß der Vorstoß des Marktführers auf scharfe Kritik. Hohe Preise seien Gift für den Breitbandausbau und schadeten den Bürgern, warnte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), in dem sich mehr als 110 Telekom-Konkurrenten zusammengeschlossen haben.

Bundesnetzagentur hat Entgelte heruntergeschraubt

Die Bundesnetzagentur hatte die TAL-Entgelte seit 1999 von damals 12,98 Euro auf heute 10,08 Euro kontinuierlich abgesenkt. Die Telekom hatte stets höhere Entgelte beantragt. Das derzeitige Entgelt läuft am 30. Juni aus. Die Bundesnetzagentur hatte es im Juni 2011 genehmigt. Wie die Telekom mitteilte, soll der neue Entgeltsatz nun erstmals für drei Jahre gelten. Zudem beantrage die Telekom die Möglichkeit einer Verlängerung der Geltungsdauer des neuen Entgeltsatzes für weitere drei Jahre bis zum 31. Dezember 2019.

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