DSL-Kartell?

Telekom darf Resellern weiter umstrittene Rabatte gewähren

Die umstrittenen Rabatte, die nur die ganz Großen auf dem DSL-Markt bekommen, dürfen von der Telekom weiter gewährt werden. Der Unmut bei kleineren Anbietern ist groß. Auch das Bundeskartellamt hat sich schon eingeschaltet.

21.04.2006, 11:09 Uhr
DSL Geschwinidgkeit© Jakob Radlgruber / Fotolia.com

Aufgrund eines aktuellen Urteils des Landgerichts Köln darf die Deutsche Telekom ihren umstrittenen Net-Rental-Vertrag weiter anbieten. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Net-Rental-Vertrag hatte unter Alternativanbietern großen Unmut ausgelöst, weil er größeren DSL-Wiederverkäufern wie zum Beispiel United Internet deutlich bessere Einkaufskonditionen gewährt als kleineren Resellern. Auch das Bundeskartellamt, das ein Verfahren eingeleitet hat, und die Bundesnetzagentur befassen sich inzwischen mit dem Fall.

Die Kölner Richter haben nun einen Antrag auf Unterlassung, den der DSL-Provider freenet gestellt hatte, abgewiesen. Eine Begründung für die Entscheidung wurde bislang nicht bekannt. freenet-Chef Spoerr sagte der FAZ, er sei skeptisch, ob seinem Unternehmen künftig überhaupt noch ein wirtschaftliches Geschäft ermöglicht werde. Bereits heute verliere freenet Marktanteile.

Kleinere Anbieter chancenlos

Der Hintergrund ist folgender: Der umstrittene Vertrag ist nur für Anbieter mit sehr hohen Kundenzahlen interessant (United Internet, T-Online, AOL), denn den Net-Rental-Nachlass gibt es nur, wenn bestimmte Kundenzahlen erreicht werden. Kleinere Provider wie Lycos oder Tele2 haben somit überhaupt keine Chance auf die Vorzugskonditionen. Der Nachlass für die Großen soll statt der üblichen 11,5 Prozent auf den Endkundenpreis im Net-Rental-Fall bei mehr als 50 Prozent liegen.

VDSL-Bonbon obendrauf?

In der Branche wird außerdem vermutet, dass nur diejenigen Anbieter, die die umstrittenen Net-Rental-Verträge unterschreiben, einen Zugang zum neuen VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom erhalten. AOL bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge bereits entsprechende Verhandlungen mit dem Magenta-Konzern.

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  • Zum FAZ-Artikel
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