Fahrsimulatortest

Telefonieren am Steuer senkt das Reaktionsvermögen

Ein Fahrsimulatortest hat jetzt Studienergebnisse aus den USA bestätigt, wonach Telefonieren am Steuer auch dann die Reaktionsfähigkeit merklich senkt, wenn man das Handy gar nicht in der Hand hält.

Mobilfunk Tarife© Uwe Malitz / Fotolia.com

Berlin (red) - Wie sehr die Reaktionszeiten beim Autofahren durch das Handy beeinflusst werden, konnten jetzt Tester in Saarbrücken im Selbstversuch an einem Fahrsimulator feststellen. Das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF), ein Verein der vier deutschen Handy-Netzbetreiber, führte die Versuchsreihe gemeinsam mit der Landesverkehrswacht Saarland durch.

Fast jeder ist beeinflusst

Jeder der fast 200 Teilnehmer fuhr zweimal eine Strecke im computersimulierten Straßenverkehr. Dabei musste auf plötzlich eintretende Ereignisse reagiert werden - einmal ohne Ablenkung und einmal während eines Telefonats über die Freisprechanlage. Es wurden Entfernung, Bremszeit und Kollisionsweg ausgewertet und verglichen. Ergebnis: Bei fast jedem verschlechterte sich die Reaktionszeit beim Telefonieren mit dem Handy im Vergleich zur Fahrt ohne Ablenkung.

Bestätigung von Forschungsergebnissen

Hans Jürgen Konopka von der Landesverkehrswacht Saarland resümiert: "Die Reaktionszeit beim Fahren mit dem Handy war durchweg länger, obwohl über eine Freisprechanlage telefoniert wurde. Wir empfehlen, Telefonate während des Fahrens möglichst kurz zu halten." Auch Dagmar Wiebusch, Geschäftsführerin des IZMF, rät Telefonate besser vor oder nach der Fahrt zu erledigen: "Der Praxistest des IZMF bestätigt Studienergebnisse aus den USA, bei denen nachgewiesen wurde, dass Telefonate während der Fahrt - auch bei Benutzung der Freisprechanlage - das Fahrverhalten stark beeinträchtigen."

40 Euro und ein Punkt drohen

In Deutschland ist das Telefonieren nur mit zugelassener Freisprecheinrichtung erlaubt. Sobald der Motor läuft, ist jede andere Benutzung des Handys verboten. Dies gilt auch an roten Ampeln oder im Stau sowie für das Schreiben von SMS oder das Nachschauen einer Nummer. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg rechnen.

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