Preissteigerungen

Tebartz-van Elst: Prüfbericht an Justiz übermittelt

Als die ersten Vorwürfe gegen Bischof Tebartz-van Elst laut wurden, ahnte noch niemand, wie tief der Fall des Limburger Kirchenmannes noch werden würde.

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Als die ersten Vorwürfe gegen Bischof Tebartz-van Elst laut wurden, ahnte noch niemand, wie tief der Fall des Limburger Kirchenmannes noch werden würde. Am Mittwoch wurde der Rücktritt des Limburger Bischofs vom Papst bestätigt. Mittlerweile gilt die Angelegenheit nicht nur als Präzedenzfall moralischen Fehlverhaltens, sondern wird auch von der Justiz geprüft.

Tebartz-van Elst wusste Bescheid

Seit vergangenem Herbst saß eine Kommission daran, das finanzielle Wirken des ehemaligen Bischofs zu prüfen. Am Mittwoch wurde der Prüfbericht im Internet veröffentlicht. Binnen drei Jahren seien demnach die Kosten für das "Diözesanen Zentrums St. Nikolaus" auf mindesten 31 Millionen Euro gestiegen - Tebartz-van Elst sei immer über die Ausgaben informiert gewesen, berichtet die FAZ.

Staatsanwälte prüfen Bericht

Der Prüfbericht für den Fall Tebartz-van Elst wurde an zwei Staatsanwälte weitergereicht. Ob es je zu einem Ermittlungsverfahren kommen wird, kann bisher noch nicht abgesehen werden. "Wir werden das ebenso akribisch überprüfen wie bei jedem anderen auch", sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen der Zeitung Welt. Rund 30 Strafanzeigen liegen in dem Fall vor. Nicht alle gehen gegen Tebartz-van Elst. In dem Prüfbericht geht es um unfassbar hohe Ausgaben wie für einen Koi-Teich für 213.000 Euro, die strafrechtlich kaum relevant sein dürften.

Untersucht wird aber auch ein möglicher Untreuetatbestand rund um das Sankt Georgswerk, ein Vermögen, welches eigentlich für die Unterstützung sozial Benachteiligter eingerichtet worden war. Letztendlich wurden 6,8 Millionen davon beispielsweise für antike Möbel ausgegeben. Tebartz-van Elst löste das Vermögen auf. Damit verstieß er eindeutig gegen das Kirchenrecht, aber ob es sich um ein strafrechtliches Vergehen handelt, bleibt fragwürdig.

Katholischer Alltag

Carsten Frerk, der als Experte für die Finanzen der katholischen Kirche gilt, gab der "Welt" eine eher überraschende Meinung zur Causa Limburg kund: "Ich empfinde den Limburger Bischofssitz nicht als außergewöhnlich luxuriös, zumindest nicht, wenn man ihn vergleicht mit anderen Bauten, die sich Bischöfe derzeit hinstellen." Der Experte nannte in diesem Zusammenhang das Bistum Rottenburg-Stuttgart, welches sich in einer ähnlichen Preiskategorie bewege, oder den geplanten Umbau des Doms in Berlin. Für ihn seien diese Summen katholischer Alltag.

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