Mit Vorab-Kontrolle

Tagesspiegel: Verbraucherschützer fordern starke Strombehörde

In der morgigen Ausgabe der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" fordert der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen eine Vorab-Kontrolle der Netznutzungsgebühren durch eine neue, unabhängige und starke Regulierungsbehörde. Sollte das Bundeskartellamt diese Aufgabe bekommen, müssten die Kompetenzen erweitert werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Verbraucherschützer fordern eine starke, unabhängige Regulierungsbehörde für den deutschen Strommarkt. Wie der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Thorsten Kasper, dem Tagesspiegel (Samstagausgabe) sagte, müsse der neue Regulierer unbedingt eine Vorab-Kontrolle der Gebühren vornehmen. Nur wenn die Regulierungsbehörde Gebühren wie die von den Netzbetreibern erhobenen Durchleitungsentgelte vorab genehmigen muss, "kann man zeitnah einen diskriminierungsfreien Netzzugang für alle neuen Stromanbieter sicherstellen und für einen echten Wettbewerb sorgen", betonte Kasper.

Bisher überwacht das Bundeskartellamt den Strommarkt und schreitet gegen missbräuchlich hohe Gebühren ein. Allerdings könne das Kartellamt nur nachträglich einschreiten. "Dann haben sich die Wettbewerber aber bereits vom Markt zurückgezogen", kritisierte Kasper. Nach Meinung des vzbv-Experten könnte das Bundeskartellamt mit der Aufgabe betraut werden - allerdings nur, wenn gleichzeitig seine Kompetenzen erweitert würden. Möglich sei aber auch, aus den bereits vorhandenen Regulierungsbehörden für Telekommunikation, Post und Bahn eine neue starke Aufsichtsbehörde zu schaffen, die sich später auch um die Liberalisierung des Wassermarktes kümmern könne.

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