Preissteigerungen

Tabakbranche zahlt höhere Steuer (fast) aus eigener Tasche

Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat die Zigarettenindustrie eine Erhöhung der Tabaksteuer nicht an die Kunden weitergegeben - aus Angst vor einer massenhaften Abwanderung derselben zu Billigmarken oder Schmuggelzigaretten.

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Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat die Zigarettenindustrie eine Erhöhung der Tabaksteuer nicht an die Kunden weitergegeben - aus Angst vor einer massenhaften Abwanderung derselben zu Billigmarken oder Schmuggelzigaretten. Allerdings werden die Margen für die Verkaufsstellen gekürzt.

Höhere Tabaksteuer trifft die Kunden diesmal nicht

Am 1. Januar war die dritte Stufe der Tabaksteuererhöhung in Kraft getreten, und eigentlich hätte eine Schachtel seitdem zehn Cent mehr kosten müssen. Doch Medienberichten zufolge wird diese Erhöhung nicht an die Kunden weitergereicht, weil die Branche fürchtet, dass sich noch mehr Raucher als bisher Billigmarken zuwenden oder gleich Schmuggelware kaufen. Laut Willy Fischel, dem Geschäftsführer der Tabakhändlerverbandes, traut sich die Branche - und dabei insbesondere Marken wie Marlboro, Lucky Strike und West - nicht über die Schallgrenze von fünf Euro pro Schachtel. So viel kostet derzeit ein Päckchen mit 19 Fabrikzigaretten von Marlboro.

… die Kioskbetreiber müssen hingegen bluten

Zwar liegen BAT und Reemtsma noch leicht unterhalb der Fünf-Euro-Grenze, doch offenbar wird auch hier eine Preisanhebung als zu risikoreich erachtet. Berichten zufolge verzichten die Hersteller auf einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe, denn die Steuererhöhung verteuert ein Päckchen um bis zu zwölf Cent. Gleichwohl nagt die Branche jetzt nicht am Hungertuch, denn von ihren Gewinnspannen können andere Industrien nur träumen. Außerdem wird seit Januar gewissermaßen den Verkaufsstellen in die Kassen gegriffen, denn dem Handel wurden die Margen gekürzt. Die höhere Steuerlast wird also zu Einbußen bei Kiosken und Tabakläden führen. Nach Angaben des Händlerverbandes BTWE machen Zigaretten rund die Hälfte des Umsatzes aus, weit vor Getränken, Zeitungen oder Lotto.

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