Entwicklungspotenzial

Studie zur Biomasse: Energiequelle mit großer Zukunft

Zweieinhalb Jahre untersuchte ein Forschungsteam unter der Leitung des Öko-Instituts die Entwicklungspotenziale der Biomasse-Nutzung. Ergebnis: Bis zum Jahr 2020 kann die Biomasse einen Anteil von jeweils knapp zehn Prozent an der Strom- und Wärmeerzeugung sowie an Treibstoffen erreichen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, hat in dieser Woche die Ergebnisse eines Projekts zur ökologischen Begleitforschung der Nutzung von Biomasse als erneuerbare Energiequelle vorgestellt. "Die Ergebnisse belegen einmal mehr, dass der eingeschlagene Weg zur Energiewende auch bei der Biomasse richtig und notwendig ist", erläuterte sie. Das Forschungsprojekt habe bestätigt, dass die Biomasse nach der Windenergie die nächste Sparte der erneuerbaren Energien sein wird, die in großem Umfang erschlossen werden könne.

Zweieinhalb Jahre untersuchte ein Forschungsteam, dem 25 Wissenschaftler von zwei namhaften Instituten unter der Leitung des Öko-Instituts angehörten, die Entwicklungspotenziale der Biomasse-Nutzung. Sein Befund: Bis zum Jahr 2020 kann die Biomasse einen Anteil von jeweils knapp zehn Prozent an der Strom- und Wärmeerzeugung sowie an Treibstoffen für PKW erreichen. Bis zum Jahr 2030 können diese Anteile bei Strom auf 16 Prozent und bei Treibstoffen für PKW auf 15 Prozent gesteigert werden. "Die Biomasse kann erheblich dazu beitragen, unsere Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen", sagte Wolf. Der gesamte Ökostromanteil soll bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis 2020 auf mindestens 20 Prozent steigen. Im Jahr 2050 soll mindestens die Hälfte des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Die Nutzung der Biomasse wird laut Studie wird auch Arbeitsplätze schaffen. Bis 2030 können rund 200.000 neue Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen, so die Studie. Diese Arbeitsplätze entstehen überwiegend im heute strukturschwachen ländlichen Raum sowie beim Maschinenbau. Deutschland sei dabei bereits auf dem richtigen Weg: Die Stromerzeugung aus Biomasse hat sich seit dem Jahr 2000 auf etwa sechs Milliarden Kilowattstunden verdoppelt. Der Absatz an Biotreibstoffen stieg im vergangenen Jahr um 100.000 Tonnen auf 650.000 Tonnen an.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreis

    Ökostrom-Umlage liegt 2018 bei 6,792 Cent

    Die Ökostrom-Umlage fällt im kommenden Jahr um 0,088 Cent und liegt damit bei 6,792 Cent pro Kilowattstunde. Leider sagt das aber noch nichts darüber aus, wie die Stromrechnung ausfallen wird. Andere Kostenbestandteile verteuern sich nämlich.

  • Ökostrom

    Studie: Bis 2030 ist in allen G20-Ländern Ökostrom am günstigsten

    Einer Studie zufolge kommt der günstigste Strom 2030 in sämtlichen G20-Ländern aus Windparks oder Solaranlagen. Bereit 2015 war demnach die Windenergie die günstigste Energiequelle in vielen Ländern Europas, in Südamerika, China und Australien.

  • Hochspannungsmasten

    Biomasse, Emissionshandel, Stromlieferung: Regierung soll Stellung nehmen

    Mit verschiedenen "Kleinen Anfragen" hat sich die Opposition nach der Arbeit der Regierung in verschiedenen Feldern der Energiepolitik erkundigt. Es geht dabei um Forschungsbedarf bei Biomasse, um die Stromversorgung von Behörden und die geplante Ausgestaltung des Emissionshandels.

  • Strompreise

    Breite internationale Unterstützung für renewables 2004

    Die internationale Konferenz für erneuerbare Energien, die in vier Wochen in Bonn stattfinden wird, stößt auf zunehmendes, internationales Interesse. Bundesumweltminister Jürgen Trittin nutzte die diesjährige Tagung der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung, um für die Konferenz zu werben.

  • Strom sparen

    Bayern verlangt Kurskorrektur in deutscher Energiepolitik

    Der bayrische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) mahnte gestern, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte der Energiepolitik in Deutschland müssten künftig gleichrangig verfolgt werden. Das von ihm vorgelegte Konzept sieht u.a. ein Festhalten an der Kernenergie vor.

Top