Mieten oder Kaufen?

Studie: Wohnungskauf lohnt sich auch mit geringem Eigenkapital

Wer nur über ein geringes Eigenkapital verfügt, kann einer Analyse zufolge dennoch den Schritt zur eigenen Immobilie wagen. Je nachdem, in welcher Stadt eine Wohnung gekauft werden soll, soll die monatliche Kreditrate für den Kauf nur geringfügig höher als die Miete sein.

Hauskauf© psdesign1 / Fotolia.com
Nürnberg - Monatlich Miete zahlen oder das Geld lieber in die eigenen vier Wände investieren? Viele Mieter wollen eigentlich kaufen, glauben aber, dass sie sich aufgrund der hohen Preise keine Immobilie leisten können. Eine Fehleinschätzung, so das Ergebnis einer Analyse von Immowelt.

Demnach lohnt sich der Kauf einer Wohnung in familientauglicher Größe überraschend oft und das in vielen Fällen auch mit geringem Eigenkapital. Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Wer lediglich die Kaufnebenkosten aus eigener Tasche stemmen kann, zahlt in der Mehrzahl der untersuchten Städte monatlich nur etwas mehr als ein Mieter – besitzt nach 30 Jahren dafür aber eine abbezahlte Wohnung. In Gelsenkirchen, Wuppertal und Magdeburg spare der Käufer im Durchschnitt monatlich sogar.

Wenig Eigenkapital: Lohnt sich der Kauf?

Wer gänzlich ohne Eigenkapital ein Haus kaufen möchte und eine 100-Prozent-Finanzierung benötigt, profitiert der Untersuchung zufolge trotzsem in vielen Fällen vom Kauf einer Familienwohnung. Neben den bereits erwähnten Städten Gelsenkirchen, Wuppertal und Magdeburg, liegt die monatliche Mehrbelastung in 41 Städten bei unter 200 Euro. Hierzu gehörten Heidelberg, Düsseldorf, Köln, Karlsruhe und Dresden.

Je mehr eigenes Vermögen der Käufer mit einbringt, desto lohnenswerter wird der Immobilienerwerb, zeigt die Untersuchung. In 36 der 79 untersuchten Städte zahlen Käufer mit 20 Prozent Eigenkapital monatlich sogar weniger als Mieter. Das gelte selbst für florierende Städte wie Köln, Stuttgart oder Augsburg. In Berlin müsse ein Käufer bei einer 80-Prozent-Finanzierung im Monat durchschnittlich 107 Euro mehr aufbringen als ein Mieter und sollte zudem über gut 72.000 Euro Eigenkapital verfügen.

In 5 Städten liegt die monatliche Mehrbelastung bei über 200 Euro

Bei einer 80-Prozent-Finanzierung ergab die Analyse lediglich 5 Städte, in denen die durchschnittlichen monatlichen Mehrkosten für Käufer die 200-Euro-Schwelle knacken: Das sind München, Rostock, Oldenburg, Erlangen und Freiburg. Käufer sollten sich in diesen Städten bei ihrer Entscheidung sehr sicher sein und über möglichst viel Eigenkapital verfügen.

Für die Analyse von immowelt.de wurden die monatliche Belastung der Käufer für Zins- und Tilgungskosten, Kaufnebenkosten sowie monatliche Rücklagen den Mietzahlungen gegenübergestellt. Diese Beträge für eine Familienwohnung mit 80 bis 120 Quadratmetern beziehen sich auf einen Tilgungszeitraum von 30 Jahren. Außerdem wurde der zu erwartende Wertzuwachs im Vergleichszeitraum ermittelt.

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