Wie im Mobilfunk

Studie: Roaming ist der Schlüssel zum Erfolg von WLAN

Nach einer aktuellen Untersuchung stehen und fallen die Perspektiven der drahtlosen Netzwerk-Technik mit einem netzübergreifenden Roaming. Die Kunden müssten das Netz unabhängig vom jeweiligen Provider nutzen können.

18.09.2003, 10:20 Uhr
Handygespräch© goodluz / Fotolia.com

Die Funktechnik Wireless LAN könnte nach Einschätzung von Detecon International zum Geschäftserfolg auf einem Massenmarkt werden. Eines der größten Hindernisse sei jedoch das zumeist noch fehlende Roaming zwischen den verschiedenen Anbietern. Zum Einsatz kommt WLAN in den westlichen Industriestaaten derzeit vor allem für mobile Business-Anwendungen. In infrastrukturschwachen Gebieten und in Entwicklungsländern könnte die Technik schnell und preiswert Lücken in der Versorgung mit Telekommunikations-Dienstleistungen schließen, heißt es in einem Opinion Paper der Management-Beratung.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Markterfolg von WLAN ist für die Detecon-Fachleute die Umsetzung eines netzübergreifenden Roamings. "Wenn WLAN erfolgreich werden soll, müssen die Kunden das Netz unabhängig vom jeweiligen Provider oder Hotspot-Betreiber nutzen können", betont Managing Partner Hans Jürgen Tscheulin von Detecon. Wie im Mobilfunk üblich, können dann auch unterschiedliche Tarife und Service-Pakete angeboten werden. Voraussetzung ist die Trennung des Geschäfts. Während kleine und mittelständische Unternehmen die Hotspots betreiben, kümmern sich große Service-Provider und Netzbetreiber um Kunden und Abrechnung. Die Umsätze teilen sich die Partner. Dieses Modell bietet Vorteile für beide Seiten: Der Betreiber des WLAN-Zugangs bekommt mehr Kunden und der Netzbetreiber bietet seinen Kunden einen zusätzlichen Service.

Konzentration auf Geschäftskunden

In Europa liegen die Anforderungen für mobile Datenkommunikation laut Detecon derzeit vor allem im Business-Bereich. Ein Geschäftsreisender, der unterwegs seine elektronische Post bearbeitet, will das mit seinem Notebook an einem geeigneten Ort und an einem Tisch erledigen. Und er verlangt einen breitbandigen Internet-Zugang, da heutzutage fast immer viele Daten versandt werden. Das heißt, mobil sein und dennoch einen Arbeitskomfort genießen wie im eigenen Büro. Das kann WLAN leisten.

Entlegene Gebiete erschließen

Ein weiteres Geschäftsfeld für die schnurlose Internet-Technik ist der Einsatz in strukturschwachen und entlegenen Gebieten, wo der Aufbau eines Kabelnetzes viel zu teuer oder technisch gar nicht möglich wäre. Ein WLAN ist schnell errichtet und fügt sich problemlos als Erweiterung der Reichweite in andere Netze ein. Die Anbindung ans Internet erfolgt mittels Richtfunk oder Satellit. Neben abgelegenen Ortschaften in Europa könnte dieses Modell vor allem Entwicklungsländer interessieren, die auf diese Weise an der weltweiten Informationsgesellschaft teilhaben würden. Auch Krisenregionen mit großen Zerstörungen nach Kriegen brauchen schnell wieder eine Infrastruktur für die Kommunikation.

Neue Dienste dank WLAN

In Zukunft könnte die Highspeed-Funktechnik völlig neue Dienste ermöglichen. So wären beispielsweise Autofahrer an einer Raststätte in der Lage, Videos, Musikstücke oder Spiele gegen Gebühr ins Multimedia Center ihres Fahrzeugs zu überspielen. Unterwegs im Einkaufszentrum bekommen die Kunden einen Einkaufsführer per WLAN aufs Handy oder auf ihren PDA gesendet, erfahren von Sonderangeboten, suchen Produkte und erhalten digitale Einkaufs-Gutscheine. Auch standortbasierte Dienste über ein WLAN sind möglich.

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