Untersucht

Studie: Kommunen drehen kräftig an der Steuerschraube

Die Kommunen haben in den vergangenen fünf Jahren die Grund- und die Gewerbesteuer auf breiter Front erhöht, so das Ergebnis einer Studie. Je nach Region sind die Unterschiede demnach groß. In NRW habe etwa jede zweite Kommune die Grundsteuer angehoben.

Steuererklärung© m.schuckart / Fotolia.com

Berlin - Städte und Gemeinden drehen nach einer aktuellen Studie weiter kräftig an der Steuerschraube und machen so Wohnen und Wirtschaften teurer. In den vergangenen fünf Jahren hätten 53 Prozent der Kommunen mindestens einmal die Gewerbesteuer erhöht. Die von Haus- und Wohnungseigentümern sowie Mietern zu zahlende Grundsteuer wurde sogar von 61 Prozent der Kommunen angehoben, wie eine am Dienstag vorgelegte Untersuchung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young ergab. Jeweils nur ein Prozent der Kommunen habe im gleichen Zeitraum die Steuern gesenkt.

Grundsteuer stieg im Schnitt um 42 Punkte

Die Gewerbesteuer sei seit 2010 im Schnitt um 21 Prozentpunkte gestiegen, die Grundsteuer um 42 Punkte. Allein im ersten Halbjahr 2016 hätten 14 Prozent der Kommunen die Grundsteuer heraufgesetzt, bei zwölf Prozent sei der Hebesatz zur Gewerbesteuer gestiegen.

Unterschiedliche Preiserhöhungen je nach Region

Regional gebe es große Unterschiede: Fast jede zweite Kommune in Nordrhein-Westfalen habe die Grundsteuer angehoben, im Saarland sogar 67 Prozent. In Thüringen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt hingegen habe weniger als jede zehnte Kommune den Grundsteuer-Hebesatz erhöht.

Steuern stiegen am stärksten in NRW

Eigentümer wie auch Mieter in Nordrhein-Westfalen müssten mit Abstand am meisten zahlen: Dort liege der durchschnittliche Grundsteuerhebesatz bei 520. Am wenigsten verlangten Kommunen in Schleswig-Holstein (319), Bayern (344) und Baden-Württemberg (350).

Steuersenkungen sind eine Seltenheit

Steuersenkungen seien die Ausnahme: Nur 0,2 Prozent der Kommunen hätten im vergangenen Jahr die Grundsteuer gesenkt; die Gewerbesteuer sank nur bei einer von 100 Kommunen. Während 2016 gerade einmal 24 Kommunen die Grundsteuer gesenkt hätten, habe es in 1.570 Kommunen eine Erhöhung dieser kommunalen Steuer gegeben.

Quelle: DPA

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Geldstapel

    Steuerschätzung: Bund muss den Gürtel enger schnallen

    Nach der aktuellen Steuerschätzung müssen Bund, Länder und Kommunen in den nächsten Jahren mit Milliarden Euro weniger an Steuereinnahmen auskommen. Die Gelder waren aber schon geplant. Jetzt wird es eng im Etat: Welche Projekte müssen gestrichen werden?

  • Baufinanzierung

    Grundsteuer: Eigentümerverband warnt vor Steuererhöhungen

    Der Eigentümerverband Haus & Grund hat vor Steuererhöhungen gewarnt, die durch die geplante Reform der Grundsteuer drohen könnten. Das würde auch Mieter betreffen, wenn die Mehrkosten auf sie umgelegt werden.

  • Gaspreiserhöhung

    Billiges Gas: Einige Bundesländer zahlen trotzdem drauf

    Gas ist sehr viel günstiger als noch vor zwei Jahren. Dennoch liegen in einem Bundesland die Gaspreise sogar über dem bundesweiten Durchschnittspreis von 2014. Was sind die Hintergründe?

  • Strompreise

    Stromkosten steigen: Auch Netzgebühren werden angehoben

    Erst die EEG-Umlage – nun die Netzgebühren: Zum kommenden Jahr wird beides ansteigen. Bei den Kosten für die Stromnetze soll es Bayern am härtesten treffen. Im Schnitt steigen die Gebühren um 8 Prozent.

  • Politik

    Bund und Länder einigen sich auf neuen Finanzpakt

    Der neue Finanzpakt steht: Nach zähen Verhandlungen konnten sich die Länder in den Kernpunkten durchsetzen. Ohne Kompromisse ging es aber nicht: Bei den Ausgleichzahlungen etwa wird es eine deutliche Begrenzung in der Dynamisierung geben.

Top