Währung

Studie: Deutschland gehört zu den Gewinnern der Euro-Einführung

Die Einführung des Euro wurde von Vielen kritisch betrachtet und auch heute gibt es Bundesbürger, die der Währung negativ gegenüberstehen. Einer Studie zufolge hat aber gerade Deutschland von der Einführung profitiert.

Finanzmarkt© arahan / Fotolia.com

Berlin - Deutschland hat einer Studie zufolge unter den Euro-Mitgliedstaaten besonders stark von der Einführung des Euro profitiert. Dagegen habe es in Italien und Frankreich große "Wohlstandseinbußen" gegeben, wie es in einer am Montag in Berlin vorgelegten Untersuchung des Centrums für Europäische Politik heißt.

Die Studien-Autoren haben aufgrund einer bestimmten Methodik geprüft, wie hoch das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt einzelner Länder gewesen wäre, wenn diese nicht den Euro eingeführt hätten. Untersucht wurden allerdings nur 8 von 19 Euro-Staaten.

Warum hat Deutschland von der Euro-Einführung profitiert?

Die Autoren meinen, dass es in Deutschland seit 1999 zu einer "Wohlstandswirkung" durch die Euro-Einführung in Höhe von insgesamt fast 1,9 Billionen Euro gekommen sei. Begründet wird dies vor allem damit, dass Deutschland im Zuge der Euro-Krise ab 2011 von vielen Investoren als "sicherer Hafen" betrachtet worden sei. Zum anderen hätte Deutschland ohne Euro seine Währung aufwerten müssen, was die Exporte massiv belastet hätte.

Ursachen für Wohlstandseinbußen bei anderen Ländern

Dass Länder wie Italien und Frankreich die Möglichkeit einer Abwertung der Währung nicht mehr haben, wird dagegen neben fehlenden Strukturreformen als Hauptgrund für "Wohlstandseinbußen" gesehen. Bei Italien kommen die Studien-Autoren auf eine Summe von insgesamt 4,3 Billionen Euro, für Frankreich von 3,6 Billionen Euro. Der Euro wurde 1999 als Buchwährung eingeführt, 2002 als Bargeld.

Quelle: DPA

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