Zahlungsprobleme

Stromsperrungen nahmen 2011 um acht Prozent zu

36.800 Haushalte in Rheinland-Pfalz haben wegen Zahlungsproblemen im vergangenen Jahr den Strom abgestellt bekommen. Damit nahm die Zahl der Stromsperrungen um acht Prozent zu, wie die Verbraucherzentrale am Donnerstag in Mainz mitteilte. Den Angaben zufolge wurden 2011 zwei Prozent mehr Mahnungen verschickt als im Vorjahr.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (dapd/red) - Die Verbraucherschützer stützen sich auf Daten einer Befragung unter den rheinland-pfälzischen Energieversorgern und warnt in diesem Zusammenhang vor Energiearmut. Davon seien acht Prozent der Haushalte im Land und besonders Sozialhilfeempfänger sowie Menschen mit geringem Einkommen betroffen.

Stromsperre macht geregeltes Alltagsleben unmöglich

"Die Versorgung von Haushalten mit Strom und Gas gehört zur unverzichtbaren öffentlichen Daseinsvorsorge", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale, Hans Weinreuter. Eine Stromsperre mache ein geregeltes Alltagsleben unmöglich und verschärfe die ohnehin vorhandenen Probleme der betroffenen Haushalte erheblich, fügte er hinzu. Zudem erhalte der Energieversorger durch diese Maßnahme sein Geld auch nicht schneller.

Hartz IV sollte angepasst werden

Die Verbraucherzentrale fordert von der Bundesregierung, den Begriff der Energiearmut zu definieren. Betroffen davon seien Haushalte, die den angemessenen Energiebedarf nicht mehr mit zehn Prozent ihres Einkommens decken könnten. Zudem müssten die Hartz-IV-Sätze mit Blick auf die Steigerung der Energiepreise angepasst werden.

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