Statistik

Stromrechnung für viele Verbraucher unverständlich

Bei der Gas- und Stromrechnung fehlt es an Verbraucherfreundlichkeit, urteilt das Deutsche Institut für Energietransparenz. Grundlage für die Bewertung sind Kundenbefragungen. Besonders mit der Verständlichkeit der aufgeführten Daten zeigten sich Verbraucher unzufrieden.

Rechnung© PeJo / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Deutsche Energieunternehmen achten noch immer nicht auf Kundenfreundlichkeit beim Ausstellen ihrer Gas- und Stromrechnung. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Energietransparenz (DIFET) aufgrund einer Statistik zu den Verbraucherabrechnungen für 2013. Die Kunden zeigten sich besonders unzufrieden bei den Bewertungen für die Verständlichkeit und Aufmachung der Rechnungen. Die Durchschnittsnoten lagen insgesamt nur bei befriedigend: 3,2 für die Sparte Strom und 3,0 für die Sparte Gas (nach Schulnotensystem von 1 bis 6).

Informationen unvollständig

Besonders die Bereiche "Energieeffizienzangaben und Verbraucherinformationen" (Rubriknote: 3,9) und "Stromkennzeichnung" (3,6) wurden negativ bewertet. Verbraucher empfanden die Angaben auf ihren Rechnungen als unvollständig und konnten sie nicht nachvollziehen. Ebenfalls negativ: Kaum eine Rechnung entsprach vollständig den aktuellen gesetzlichen Ansprüchen. Seit 2011 werden die Abrechnungen vom DIFET geprüft und zertifiziert.

Unverständliche Darstellungen

Insgesamt enthielten 78 Prozent der untersuchten Rechnungen für den Kunden "nicht verständliche Angaben" und 66 Prozent gaben an, "zu bürokratische /zu amtliche Sätze und Ausdrücke" vorzufinden. Bei den detaillierten Verbrauchs- und Betragsermittlungen sollen die meisten Fehler in der Darstellung gelegen haben. Von den Befragten gaben 84 Prozent an, dass die Darstellungen zu technokratisch seien. 72 Prozent empfanden Überschriften oder Darstellungserklärungen als unklar.

Wenig Kundenfreundlichkeit

Anhand der Rechnungsformen für Strom und Gas ließe sich zeigen, dass die deutschen Energieversorgungsunternehmen (EVU) noch immer nicht auf Kundenfreundlichkeit achteten. "Leider räumen die meisten Energieversorger der Rechnung nicht die bedeutende Stellung ein, die sie beim Kunden tatsächlich besitzt. Wenige Ausnahmen bestätigen hier die Regel", erklärt Axel Süßbrich, Geschäftsführer des DIFET.

Die Strom- und Gasrechnung ist zudem aufgrund rechtlicher Vorgaben auf sechs bis sieben Seiten angewachsen, so dass viele Energieverbraucher nach der dritten Seite aussteigen würden.

Ziel: Bewusster Energieverbrauch

Bis 2020 sollen die energetischen Informationen auf der Rechnung zu bis zu fünf Prozent weniger Verbrauch führen. Dargestellte Vergleiche des aktuellen Verbrauchs zum Vorjahresverbrauch oder zu ähnlichen Verbrauchsgruppen sollen die Energieverbraucher zum sparsamen und bewussten Energieverbrauch bewegen. Mit den daraus gewonnenen Kenntnissen und Lösungen berät das DIFET Energieproduzenten, -anbieter und -verbraucher.

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