Preisentwicklung

Strompreise im Vergleich: Kaum noch unterschiede zwischen Ost und West

Die Strompreise haben sich im Westen und im Osten Deutschlands angeglichen, so das Ergebnis einer Auswertung von Verivox. Betrachtet man die aktuellen Preise in den einzelnen Bundesländer, sind die Unterschiede dennoch groß.

26.01.2021, 10:50 Uhr
Stromrechnung© Eisenhans / Fotolia.com

Trotz gedeckelter EEG-Umlage müssen deutsche Verbraucher auch im neuen Jahr hohe Stromkosten schultern. Dabei gibt es große regionale Unterschiede, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt. Die gute Nachricht: Die Preisunterschiede zwischen Ost und West sind passé.

Strompreise zwischen den Bundesländern variieren stark

Die höchsten Strompreise werden aktuell in Hamburg fällig, so die Experten. Die jährliche Stromrechnung bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) belaufe sich auf 1.264 Euro. Das seien knapp 13 Prozent mehr als im günstigsten Bundesland Bremen (1.120 Euro). Auch in Baden-Württemberg (1.252 Euro), Schleswig-Holstein (1.234 Euro) und im Saarland (1.230 Euro) müssen Verbraucher überdurchschnittlich viel für Strom bezahlen. Ein vergleichsweise niedriges Preisniveau findet sich neben Bremen in Bayern (1.127 Euro) und Niedersachsen (1.142 Euro).

"Für das Preisgefälle zwischen den Ländern sind vor allem die Netzentgelte verantwortlich. Sie werden für Nutzung und Instandhaltung der Stromleitungen sowie Bereitstellung und Ablesung der Zähler erhoben und sind regional unterschiedlich hoch“, erklärt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Strompreise verteuerten sich seit 2011 im Schnitt um 22 Prozent

Im bundesweiten Durchschnitt zahle ein Haushalt derzeit 1.176 Euro. Vor zehn Jahren habe derselbe Haushalt noch 986 Euro gezahlt. Damit seien die Strompreise seit 2011 im bundesweiten Schnitt um 22 Prozent gestiegen. Einen deutlich stärkeren Zuwachs hätte es in Hamburg (+ 40 Prozent) und Berlin (+ 30,9 Prozent) gegeben. Jedoch sei Strom hier 2011 noch am günstigsten gewesen, so dass die beiden Stadtstaaten ein vergleichsweise großes Aufholpotenzial aufwiesen.

In Sachsen-Anhalt (+ 14,9 Prozent), Sachsen (+ 16,1 Prozent) und Rheinland-Pfalz (+ 16,4 Prozent) haben die Strompreise auf Zehnjahressicht am geringsten zugelegt.

Preisunterschiede zwischen Ost und West

Mussten ostdeutsche Verbraucher in den vergangenen Jahren stets tiefer für Strom in die Tasche greifen, hielten sich die durchschnittlichen Preise in Ost (1.179 Euro) und West (1.176 Euro) inzwischen die Waage. Noch 2017 habe das Kostengefälle rund 4 Prozent betragen. Die Angleichung sei in erster Linie auf die Entwicklung bei den Stromnetzgebühren zurückzuführen. Während diese in den neuen Ländern seither um 9,4 Prozent gesunken seien, stiegen sie in den alten Bundesländern im gleichen Zeitraum um 5,8 Prozent an. In Ostdeutschland würden bei einem Verbrauch von 4.000 kWh derzeit durchschnittlich 307 Euro für die Netznutzung fällig, in Westdeutschland 290 Euro.

Stromwechsel bringt bis zu 526 Euro an Ersparnis

Stromkunden müssen hohe Strompreise nicht hinnehmen. Wer aus der Grundversorgung zum günstigsten Angebot mit verbraucherfreundlichen Bedingungen wechselt, spart bei einem Verbrauch von 4.000 kWh derzeit durchschnittlich 423 Euro pro Jahr.

Am höchsten ist die Wechselersparnis mit 526 Euro in Berlin. Verbraucher in Berlin, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen können ihre Stromrechnung um über 440 Euro reduzieren. Mit 300 Euro fällt die Ersparnis in Bremen am geringsten aus.

Den Stromvergleichsrechner von Verivox finden Sie auch auf unseren Seiten.

Strompreise vergleichen
Das könnte Sie auch interessieren
Top