Trassenbau

Stromnetz: Erdverkabelung ist fünfmal teurer als der Standard

Wegen der Erdverkabelung beim Bau der großen Stromtrassen quer durch Deutschland steigen die Kosten für den Netzausbau erheblich. Der Einsatz von Erdkabeln statt der gewöhnlichen Überlandleitungen war eine der Hauptforderungen von Ministerpräsident Horst Seehofer.

02.02.2017, 09:17 Uhr (Quelle: DPA)
StrommastWegen dem Einsatz von Erdkabeln wird der Bau der Stromtrassen noch viel teurer,© Volker Werner / Fotolia.com

München - Die Erdverkabelung der umstrittenen neuen Stromtrassen für die Energiewende wird fünfmal so teuer wie eine normale Hochspannungsleitung. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Entwürfen für die neuen bundesweiten Netzentwicklungspläne der Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW hervor. Die vier Unternehmen beziffern die Gesamtkosten des Netzausbaus bis 2030 je nach Szenario auf 32 bis 36 Milliarden Euro.

Stromtrassen mit Erdkabeln: Mehrkostenfaktor liegt bei 5,3

Eine unterirdische Gleichstrom-Trasse mit zwei Leitungen einer Kapazität von je zwei Gigawatt würde demnach 8 Millionen Euro pro Kilometer kosten, verglichen mit 1,5 Millionen für eine normale Überlandleitung. "Damit ergibt sich ein Mehrkostenfaktor von 5,3", heißt es in der Zusammenfassung.

Die Erdverkabelung war eine Hauptbedingung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der damit den heftigen Widerstand von Teilen der Bevölkerung gegen die Stromtrassen entschärfen wollte.

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