Trassenbau

Stromnetz: Erdverkabelung ist fünfmal teurer als der Standard

Wegen der Erdverkabelung beim Bau der großen Stromtrassen quer durch Deutschland steigen die Kosten für den Netzausbau erheblich. Der Einsatz von Erdkabeln statt der gewöhnlichen Überlandleitungen war eine der Hauptforderungen von Ministerpräsident Horst Seehofer.

StrommastWegen dem Einsatz von Erdkabeln wird der Bau der Stromtrassen noch viel teurer,© Volker Werner / Fotolia.com

München - Die Erdverkabelung der umstrittenen neuen Stromtrassen für die Energiewende wird fünfmal so teuer wie eine normale Hochspannungsleitung. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Entwürfen für die neuen bundesweiten Netzentwicklungspläne der Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW hervor. Die vier Unternehmen beziffern die Gesamtkosten des Netzausbaus bis 2030 je nach Szenario auf 32 bis 36 Milliarden Euro.

Stromtrassen mit Erdkabeln: Mehrkostenfaktor liegt bei 5,3

Eine unterirdische Gleichstrom-Trasse mit zwei Leitungen einer Kapazität von je zwei Gigawatt würde demnach 8 Millionen Euro pro Kilometer kosten, verglichen mit 1,5 Millionen für eine normale Überlandleitung. "Damit ergibt sich ein Mehrkostenfaktor von 5,3", heißt es in der Zusammenfassung.

Die Erdverkabelung war eine Hauptbedingung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der damit den heftigen Widerstand von Teilen der Bevölkerung gegen die Stromtrassen entschärfen wollte.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Geld sparen

    Netzentgelte sinken - Strom wird 2019 günstiger

    Die Übertragungsnetzbetreiber haben angekündigt, die Netzentgelte im kommenden Jahr zu senken. Für private Verbraucher und insbesondere für Firmen könnte die Stromrechnung dann niedriger ausfallen.

  • Netzausbau

    Nordlink-Stromtrasse erhält weitere EU-Hilfen

    Die Stromtrasse Nordlink soll ab 2020 Ökostrom von Norwegen nach Deutschland leiten und umgekehrt. Die Europäische Union hatte 2017 bereits einen Kredit in Millionenhöhe für das Projekt zugesagt, jetzt folgt eine weitere Finanzspritze.

  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Hochspannungsmasten

    Stromautobahnen: Öffentliches Gespräch für dritte Trasse beginnt

    Drei Stromautobahnen sollen bald den Ökostrom aus dem Norden des Landes in den Süden bringen. Für die Trasse, die von Emden in Niedersachsen bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg führen soll, startete der öffentliche Dialog.

  • Netzausbau

    Tennet erhöht Netzentgelte: Strom wird wohl teurer

    Stromnetzbetreiber Tennet erhöht die Netzentgelte deutlich. Das dürfte sich im kommenden Jahr auch auf den Stromrechnungen vieler Verbraucher bemerkbar machen. 30 Euro mehr sollen pro Haushalt im Schnitt anfallen, so Tennet-Chef Keussen.

Top