Neue Regeln

Stromanbieter kann künftig schneller gewechselt werden

Strom- und Gaskunden sollen künftig einfacher und schneller ihren Versorger wechseln können. Die Bundesnetzagentur legte am Freitag Regeln fest, nach denen der Wechsel von einem zum anderen Unternehmen künftig höchstens drei Wochen dauern darf. Bis dahin gilt allerdings eine Übergangsfrist.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (afp/red) - Mit der neuen Vorgabe sollten die Verzögerungen vermieden werden, die es in der Vergangenheit bei Lieferantenwechseln immer wieder gegeben habe, erklärte der Präsident der Bonner Behörde, Matthias Kurth. Die Netzbetreiber und Energieanbieter haben noch bis zum 1. April 2012 Zeit, ihre internen IT-Systeme an die neuen vorgegebenen Abläufe anzupassen.

Was Stromanbieter außerdem noch beachten müssen

Den Angaben der Netzagentur zufolge gibt es bei einem Anbieterwechsel bisher starre Fristen zur Umstellung der Versorgung, die mit einem Vorlauf von mindestens einem Monat angezeigt werden muss. Der Wechsel kann zudem nur zum ersten eines Kalendermonats vollzogen werden. Das führe zu Verzögerungen, etwa wenn einer der beteiligten Netzbetreiber und Versorger wegen Schwierigkeiten mit seiner Datenverarbeitung die Fristen nicht einhält.

Neuer Stromanbieter muss nach drei Wochen liefern

Mit dem einheitlichen neuen Standardregeln für die Abwicklung will die Agentur nun dafür sorgen, dass Kunden längstens drei Wochen nach Anmeldung ihres Wechsels beim Netzbetreiber von ihrem neuen Anbieter mit der gewünschten Energie beliefert werden. Ohne Strom oder Gas stand man aber auch in der Vergangenheit selbst bei einem holprigen Wechsel nicht da: Läuft beim Wechsel etwas schief, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein.

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