Energiepreise

Stromanbieter erhöhen Preise zum Frühjahr

Die Strompreise werden im Frühjahr wieder angehoben. Hatte man das Glück, nicht bei den Anbietern unter Vertrag zu stehen, die direkt zum Jahreswechsel erhöht haben, könnte nun die Benachrichtigung folgen. Als Grund wird dabei immer wieder die EEG-Umlage angeführt. Dabei sind die Beschaffungskosten deutlich gesunken.

24.02.2014, 12:07 Uhr
Strompreis© babimu / Fotolia.com

Heidelberg (red)– Zum Jahreswechsel haben eine Reihe von Stromversorgern stabile Preise versprochen. Nun wird nachgeholt: Für Februar, März und April haben insgesamt 80 Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich vier Prozent angekündigt, berichtet das Vergleichsportal Verivox. Für einen Musterhaushalt entspricht dies jährlichen Mehrkosten von 44 Euro. Rund fünf Millionen Haushalte sind betroffen.

Beschaffungskosten sind gesunken

Zum Jahreswechsel hatten 379 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,5 Prozent angekündigt. Als Hauptgrund wurde die Erhöhung der EEG-Umlage von 5,27 Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde angegeben. Kritiker der Preiserhöhungen verweisen auf die gesunkenen Beschaffungspreise der Versorger. Denn diese sind laut Statistischem Bundesamt zwischen Januar 2013 und Januar 2014 um rund 15 Prozent gesunken.

Möglichst unauffällige Preiserhöhung

Vor diesem Hintergrund hatte eine Reihe von Versorgern Ende letzten Jahres angekündigt, die Preise nicht zu erhöhen. "Angesichts der zahlreichen Strompreiserhöhungen im Frühjahr wird deutlich, dass hier teilweise auf Zeit gespielt wurde", sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. "Preiserhöhungen sind für Verbraucher in der Regel ein deutliches Signal, sich nach einem günstigeren Stromanbieter umzusehen. Daher haben die Versorger ein großes Interesse daran, diese möglichst unbemerkt über die Bühne zu bekommen."

Bei Benachrichtigung wechseln

Wer jetzt eine Nachricht über eine Preiserhöhung bekommt, sollte daher die Strompreise vergleichen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Versorger wechseln. Mit dem Stromrechner von Verivox, den auch wir auf unseren Seiten verwenden, bekommt man die günstigsten Tarife übersichtlich angezeigt.

In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Abmeldung beim bisherigen Versorger, man muss also nicht selbst kündigen. Wer schon einmal gewechselt und einen Vertrag mit längeren Laufzeiten und Kündigungsfristen gewählt hat, sollte im Falle einer Preiserhöhung vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und selbst kündigen.

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