Energieeffizienz

Strengere Regeln: Energielabel für Heizungen wurde angepasst

Die Energielabel für Heizungen werden ab dem 26. September 2019 nach strengeren Kriterien vergeben. Ab sofort gibt es auch die Effizienzklasse A+++. Experten erklären, worauf man beim Heizungstausch achten sollte und welche Informationen fehlen.

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Stuttgart - Das EU-Energielabel für neue Heizkessel gibt auf einer Skala von grün bis rot an, wie effizient diese sind. Aufgrund verschärfter Anforderungen hat sich nun die Skala geändert. Ab dem 26. September 2019 gibt es die neue Effizienzklasse A+++, die Stufen E bis G entfallen. Darauf weist Zukunft Altbau hin, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm.

Worauf kommt es beim Austausch der Heizung an?

Hauseigentümer, die ihre Heizung erneuern lassen, sollten auf gute Effizienz und einen möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energien achten, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Am besten sei es, gleich auf Heizungen mit A+ oder besser umzusteigen. Die Verbraucher sollten aber auch bedenken, dass das Label keinen Rückschluss auf die Betriebskosten erlaubt, da diese von weiteren Faktoren wie dem verwendeten Energieträger und dem energetischen Zustand des Gebäudes abhängen.

Das Label rücke die Effizienz der Heizkessel als wichtiges Kaufkriterium in den Vordergrund. Da die Anforderungen regelmäßig verschärft würden, würde der Druck auf die Hersteller erhöht, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen und ältere vom Markt zu nehmen, erklärt Frank Hettler. Die aktuelle Verschärfung ermögliche es den Heizungsfirmen nun, effiziente Geräte mit A+++ zu bewerben. 2021 oder 2022 soll die nächste Verschärfung kommen. Langfristiges Ziel sei, die Effizienz im Heizungsbereich sukzessive zu steigern sowie auf die Vorteile von Ökoheizungen hinzuweisen.

Welcher Heizkessel fällt in welche Energieklasse?

Heizungen, die regenerative Energien nutzen, erhielten ein A+++, ein A++ oder ein A+. Das sei bei Solarkollektoren als Ergänzung zur Wärmeerzeugung der Fall, bei den meisten Holzheizungen und bei effizienten Wärmepumpen. KWK-Anlagen könnten die Noten A+++ bis B erhalten. Gasheizungen und Ölheizungen mit Brennwerttechnik lägen auf der Skala bei A oder B – in seltenen Fällen auch A+. Eine bessere Einstufung sei möglich, wenn die Anlagen mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, etwa einer thermischen Solaranlage oder einer Wärmepumpe. Weniger effiziente Niedertemperaturgeräte, die die im Abgas enthaltene Energie nicht ausnutzen, erreichten die Effizienzkategorie C. Sie dürfen nur noch in bestimmten Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden.

Experte: Label enthält keine Informationen über Energiekosten

Anders als bei Elektrogeräten gibt das Label keinen Aufschluss über die Betriebskosten: Das Label vergleicht Anlagen mit unterschiedlich teuren Energieträgern, beispielsweise Öl- und Stromheizungen, erklärt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär Heizung Klima Baden-Württemberg. Außerdem würde der Energieverbrauch einer Heizung immer auch vom Energiestandard des jeweiligen Gebäudes mitbestimmt, also davon, ob Dach, Wand und Kellerdecke gedämmt seien, ob gute Fenster vorhanden seien und ob die Luftdichtigkeit stimme. Darüber hinaus hingen die Heizkosten maßgeblich von der Verteilung der Heizwärme, der Art der Heizkörper/Fußbodenheizung und dem jeweiligen Heizverhalten ab.

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