Klimafreundlich

Stadtwerke Mosbach setzen konsequent auf Öko-Strom

Die Stadtwerke Mosbach in Baden-Württemberg bieten ihren Kunden nun zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien an. So kommt weder durch fossile Energieträger noch durch Atomkraft erzeugter Strom aus den Steckdosen der Kunden, teilt das Unternehmen mit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mosbach (red) - Die verbrauchte Energie im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Mosbach wird nun zu 100 Prozent ökologisch produziert. Für "günstigen Strom ohne Mehrkosten" setzt der Versorger auf das europaweit eingeführte RECS-System (Renewable Energy Certificates System). Wird eine Einheit Energie etwa in einer Wasserkraftanlage europaweit umweltfreundlich produziert, wird diese Energie für Versorgungsunternehmen europaweit handelbar. Kaufen die Stadtwerke Mosbach dann dieses Energiezertifikat, wird diese Einheit vom Markt genommen.

"Erwerben wir als Stadtwerke Mosbach also erneuerbare Zertifikate im Umfang unseres gesamten Jahresverbrauchs für unsere Haushaltskunden bedeutet das, dass einhundert Prozent der Abgabeenergie regenerativ erzeugt worden sind", erklärt Ralf Winkler, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke.

Für Kunden, die direkt zum Klimaschutz beitragen wollen, bietet der Versorger darüber hinaus den Tarif "energreen" an. Darin zahle der Verbraucher einen Aufpreis von vier Cent netto pro Kilowattstunde, der zum größten Teil in die Finanzierung neuer ökologischer Anlagen fließe. So sei beispielsweise die Solaranlage auf dem Dach des Fußballstadions in Neckarelz mitfinanziert worden. "Die Stadtwerke Mosbach allein können nicht unbegrenzt in regenerative Anlagen investieren", erklärt Jürgen Jaksz, ebenfalls Geschäftsführer. Als Wirtschaftsbetrieb müsse man den Kunden marktverträgliche Preise anbieten.

Für den Mosbacher Oberbürgermeister Michael Jann betont jedoch, dass die Verbannung der Atomenergie aus dem Energiemix keine Bekenntnis gegen deren Nutzung sei. Jedoch sei der Ausbau der nuklearen Technologie derzeit "schlicht nicht mehrheitsfähig", so der Bürgermeister. "Ob sinnvoll oder nicht sei da mal dahin gestellt."

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