Call by Call und Preselection

Sparvorwahlen: Ende 2022 soll Schluss sein

Sparvorwahlen haben nicht mehr eine so große Bedeutung wie noch vor einigen Jahren. Nun hat die Telekom sich mich Branchenverbänden darauf geeinigt, "sanft" aus dem Geschäft auszusteigen. Ende 2022 soll Schluss sein.

13.11.2019, 13:52 Uhr
Telefontarife© Picture-Factory / Fotolia.com

Die Deutsche Telekom wird das Call-by-Call-Angebot gegenüber ihren Endkunden noch bis 31.12.2022 aufrechterhalten, also noch gut drei Jahre. Darauf hat sich die Telekom zusammen mit dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) geeinigt.

Hintergrund: Weniger Regulierung, keine Verpflichtung mehr

Die Vereinbarung ermöglicht den Beteiligten zufolge einen "sanften" Ausstieg aus diesem Marktmodell. Mit dieser Vereinbarung ist aus Sicht der Verbände eine staatliche Regulierung des Endkundenmarktes für Sprachtelefonie und für Call-by-Call durch die Bundesnetzagentur nicht mehr erforderlich.

Die Netzagentur hatte vor kurzem den Markt einer regelmäßigen Prüfung unterzogen und sieht die Deutsche Telekom im vorliegenden Entwurf der Marktanalyse nicht mehr als marktbeherrschend an. Wenn das Verfahren in den nächsten Wochen von der EU-Kommission so abgeschlossen werde, sei die Telekom nicht mehr behördlich verpflichtet, Call-by-Call und Preselection anzubieten. Der Vereinbarung könnten alle Unternehmen, die Call-by-Call und Preselection anbieten, beitreten. Hierzu könnten sie sich direkt an die Verbände wenden, teilen Telekom, VATM und DVTM mit.

Bedeutung von Sparvorwahlen nimmt ab

Mit dem Aufkommen neuer Angebote wie Flatrates und der Kommunikation per Messenger und VoIP geht die Bedeutung von Call-by-Call zurück. Dennoch sind es den Angaben zufolge noch circa 90 Anbieter, die vor allem günstige Tarife ins Ausland oder in Mobilfunknetze anbieten. Diese hätten ein hohes Interesse an der Koordination des Auslaufens von Call-by-Call und Preselection, solange hier weiterhin Bedarf bei der Bevölkerung bestehe. 2018 wurden laut Statista noch etwa 3,2 Milliarden Sprachminuten über Call-by-Call realisiert; 2009 waren es noch 18 Milliarden.

Was ist Call-by-Call überhaupt?

Bei Call-by-Call bzw. Preselection wird für einzelne Telefongespräche mit Vorwahl einer 010xy-Nummer den Telekom-Kunden ermöglicht, einen anderen Verbindungsnetzbetreiber auszuwählen, der das Gespräch durch sein Netz durchleitet und mit dem Endkunden abrechnet. Bei Preselection wird ein bestimmter Betreiber voreingestellt, während man bei Call-by-Call für jeden Anruf neu entscheidet, welche Vorwahl man nutzt. 1998 wurde die Deutsche Telekom im Zuge der Marktöffnung verpflichtet, ihren Endkunden Call-by-Call und Preselection anzubieten.

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