Nach Todesfall

Spanien: Proteste gegen Energiearmut

In 20 Städten in Spanien haben Menschen gegen Energiearmut protestiert. Auslöser war der Tod einer Rentnerin, die bei einem Wohnungsbrand gestorben war. Die Frau hatte Kerzen angezündet, weil ihr der Strom abgestellt worden war.

Strompreis© SZ-Designs/ fotolia.com

Madrid – In Spanien haben Tausende Menschen gegen Energiearmut protestiert, nachdem einer Frau der Strom wegen Zahlungsrückstands abgedreht worden war und daraufhin gestorben ist. Bei den Kundgebungen in rund 20 Städten wurden die Behörden sowie auch die als "gierig" kritisierten Versorger an den Pranger gestellt.

Wohnungsbrand durch Kerzen

Der Fall der 81-jährigen Rentnerin hatte in Spanien für Aufsehen gesorgt. Die allein lebende Frau war am Montag bei einem Brand in ihrer Wohnung der katalanischen Gemeinde Reus erstickt. Sie hatte Kerzen angezündet, weil ihr der Strom wegen unbezahlter Rechnungen abgestellt worden war.

Studie: Energiearmut verursacht 7.000 Tode im Jahr

Nach einer Studie der Sozial- und Umwelt-Stiftung ACA fordert die Energiearmut - die Probleme vieler Menschen beim Bezahlen der Strom- und Gasrechnungen - jedes Jahr mehr als 7.000 Menschenleben. Das sind gut sechs Mal mehr als die Verkehrstote 2015 (1126).

"Das sind keine Todesfälle, das sind Ermordungen!", schrien am Samstag in Madrid Hunderte von Demonstranten vor dem Sitz des Energiekonzerns Gas Natural Fenosa. Das Unternehmen hatte der Rentnerin den Strom abgedreht. "Es kann nicht sein, dass in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone Menschen sterben müssen, weil Firmen, die dicke Gewinne machen und ihren Chefs Skandalgehälter zahlen, armen und älteren Menschen den Strom abdrehen", sagte der Chef der linken Protestpartei Podemos (Wir Können), Pablo Iglesias.

Quelle: DPA

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