Gesellschaft

Sozialverband: Falsche Maßnahmen bei der Armutsbekämpfung

Die Armutsbekämpfung wird auch im Hinblick auf die zunehmende Zahl der Rentner in Deutschland immer mehr zu einem Problem. Der Paritätische Wohlfahrtsverband führt die sich verschlechternde Situation auf die Maßnahmen der Bundesregierung zurück.

25.05.2016, 14:04 Uhr (Quelle: DPA)
Geld ausgeben© Peter Atkins / Fotolia.com

Berlin - Bei der Armutsbekämpfung bekommt die Bundesregierung vom Paritätischen Wohlfahrtsverband die Note sechs. "Trotz anhaltend guter Wirtschaftsentwicklung verharrt die Armut in Deutschland auf hohem Niveau", beklagte Verbandspräsident Rolf Rosenbrock am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Paritätischen Jahresgutachtens.

Schutzniveau der Arbeitslosen- und Rentenversicherung sinkt

Die 70-seitige Studie kommt zu einer alarmierenden Gesamtbilanz. Das Schutzniveau der Arbeitslosen- und Rentenversicherung werde durch falsche politische Weichenstellungen immer weiter gesenkt. So seien etwa weder die Riester-Rente noch Betriebsrenten geeignet, den "Sinkflug" des Rentenniveaus auszugleichen.

Verband: Förderung der Riester-Rente sollte eingestellt werden

Alternativ fordert der Paritätische eine Anhebung der Hartz-IV-Sätze und der Grundsicherung für Rentner. Im Gegenzug solle die staatliche Förderung der Riester-Rente eingestellt werden. Gerade die von Altersarmut bedrohten Personengruppen profitierten kaum davon. Darüber hinaus wirbt der Verband für einen Ausbau der Qualifizierungsangebote, um Langzeitarbeitslose besser zu fördern.

Rosenbrock: Sozialer Zusammenhalt hat abgenommen

Die Entwicklung der vergangenen Jahre gefährdet nach Einschätzung Rosenbrocks den sozialen Zusammenhalt in Deutschland und treibt die Bevölkerung in die Arme von Rechtspopulisten: "Je schwächer der soziale Zusammenhalt, desto mehr Pegida und AfD."

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