Lücke

Solarindustrie fordert Wärmegesetz

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert derzeit zwar die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, eine vergleichbare Regelung für den Wärmesektor steht jedoch aus. Diese Lücke in der Energiepolitik behindert nach Ansicht des UVS die Markteinführung von Wärme aus Solarkollektoren, Biomasse und Geothermie.

09.10.2002, 10:48 Uhr
Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Eine Gesetzesinitiative zum Ausbau der Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energien muss oberste Priorität innerhalb der zukünftigen Energiepolitik erhalten und im Koalitionsvertrag verankert werden. Das fordert die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS), ein Zusammenschluss von 350 deutschen Stromunternehmen. Für den Klimaschutz, den Aufbau einer zukünftigen Versorgungssicherheit unabhängig von Öl und Gas und den Aufbau eines neuen Industriezweiges sei diese Gesetzesinitiative unverzichtbar.

Am gesamten Energieverbrauch Deutschlands hat die Bereitsstellung von Wärme einen Anteil von 57 Prozent. Der Stromanteil liegt bei 19 Prozent. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert derzeit zwar die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, eine vergleichbare Regelung für den Wärmesektor stünde jedoch aus. Diese Lücke in der Energiepolitik behindere nach Ansicht des UVS die Markteinführung von Wärme aus Solarkollektoren, Biomasse und Geothermie.

Ohne die Schaffung gesetzlicher Grundlagen sei die von der Bundesregierung bis zum Jahr 2010 angestrebte Verdopplung erneuerbarer Energien im Wärmebereich nicht erreichbar, begründet die UVS ihre Initiative. Wichtige Marktsegmente für Solarwärme wie der Mietwohnungsbau können nach Einschätzung der Solarbranche nur per Gesetzeskraft erschlossen werden.

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