Klimapaket

So verteuert der CO2-Preis die Heizkosten für Hauseigentümer

Der CO2-Preis ist ein Teil des Klimapaketes. Mit dessen Einführung verteuert sich das Heizen mit fossilen Energieträgern ab dem kommenden Jahr. Auf der anderen Seite unterstützt die Bundesregierung den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen.

08.01.2020, 11:23 Uhr
Energietarife© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Mit dem überarbeiteten Klimapaket der Bundesregierung ändern sich auch die Bestimmungen für Hauseigentümer erheblich. Die neuen Regeln verteuern die Energiekosten unsanierter Gebäude mit fossilen Heizungen und verbilligen gedämmte Häuser, die erneuerbare Energien nutzen. Die Experten des vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramms Zukunft Altbau haben ausgerechnet, wie hoch die Mehrkosten für Ölheizer sind und zeigen, wie beim Umstieg auf Ökoheizungen gespart werden kann.

Zusatzkosten durch den CO2-Preis

Bei Heizungen auf Basis fossiler Energien werden sich die Energiekosten durch den geplanten CO2-Preis demnach deutlich erhöhen. Die aktuelle Fassung des Klimapaketes sieht für 2021 für den Einstieg einen Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 für Kraft- und Brennstoffe des Verkehrs- und des Gebäudebereichs vor. 2022 soll der Zuschlag auf 30 Euro pro Tonne CO2, 2023 auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro angehoben werden.

Hauseigentümer, die in einem 150-Quadratmeter-Haus mit einem durchschnittlichen Energiestandard und rund 2.000 Liter Heizölverbrauch pro Jahr leben, müssen von 2021 bis 2025 Zusatzkosten von insgesamt rund 1.200 Euro einkalkulieren, sagen die Berater von Zukunft Altbau. Bei dem Beispielgebäude beliefen sich die Mehrkosten in 20 Jahren auf rund 6.500 Euro. Allerdings sei zu vermuten, dass die ab 2025 zu erwartenden CO2-Preissteigerungen diese Zusatzkosten noch deutlich erhöhen werden.

Fördermaßnahmen für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen

Auf der anderen Seite werden klimafreundliche Heiztechniken und energiesparende Häuser mit dem Klimapaket günstiger. Dafür soll etwa eine Austauschprämie sowie eine bessere BAFA- und KfW-Förderung sorgen. Hinzu kommt die steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen.

Modernisierungskosten von der Steuer absetzen

Durch die angepassten Steuerregeln sind laut Zukunft Altbau folgenden Einsparungen möglich: Wer seit dem 1. Januar 2020 seine Heizungsanlage erneuere, Fenster austauscht, die Gebäudehülle dämmt oder eine Lüftungsanlage einbaut, darf 20 Prozent von bis zu 200.000 Euro Kosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen (maximal 40.000 Euro). Im ersten Jahr könnten sieben Prozent, bis zu 14.000 Euro, im zweiten Jahr der gleiche Betrag und im dritten Jahr sechs Prozent, maximal 12.000 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden.

Austauschprämie für Heizungen nutzen

Am 1. Januar 2020 sei auch die Austauschprämie für alte Ölheizungen in Kraft getreten. Mit der Prämie übernehme das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis zu 45 Prozent der Investitionskosten, wenn bei einem Kesseltausch ein klimafreundlicheres Modell auf der Basis erneuerbarer Energien eingebaut würde. Wer seine Ölheizung etwa durch eine Wärmepumpe oder eine Biomasseanlage ersetzte, erhalte den Zuschuss in voller Höhe. Für eine Erdgas-Hybridheizung mit einem erneuerbaren Anteil von mindestens einem Viertel – beispielsweise über die Einbindung von Solarthermie – gäbe es einen Investitionszuschuss von 40 Prozent.

Investitionszuschüsse von der BAFA

Auch für effiziente und klimafreundliche Heizungen, die keine alte Ölheizung ersetzen, gäbe es Investitionszuschüsse des BAFA: 35 Prozent für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben würden, 30 Prozent für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent und 20 Prozent für Gas-Brennwert-heizungen, die auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet seien. Bei allen Maßnahmen sei ein hydraulischer Abgleich der neuen Heizung eine Fördervoraussetzung.

Förderprogramme der KfW-Bank

Geht es um Dämmungen, neue Fenster, die Heizungsoptimierung oder den Anschluss an Wärmenetze, können Hauseigentümer, die ihr selbstgenutztes Wohneigentum sanieren lassen wollen, auch auf die stark aufgewerteten Förderprogramme der KfW zurückgreifen. Kredit- und Zuschussvariante werden nun erstmals gleich hoch gefördert. Die Änderungen gelten ab 24. Januar 2020: Die förderfähigen Kosten zum KfW-Effizienzhaus steigen von 100.000 Euro auf 120.000 Euro, ein Zuschuss ist – je nach Effizienzhausstandard – zwischen 30.000 und 48.000 Euro möglich. Bei Einzelmaßnahmen sind es maximal 10.000 Euro, die förderfähigen Kosten wurden auf 50.000 Euro angehoben. In finanzieller Hinsicht sind die KfW- und BAFA-Gelder jetzt ähnlich attraktiv wie die neue steuerliche Abschreibung, so die Berater des INfoprogramms. Je nach individuellem Steuersatz können aber Unterschiede zu Tage treten.

Auch die fachliche Überprüfung wurde neu geregelt: Bei der KfW-Förderung muss ein Gebäudeenergieberater die baulichen Maßnahmen begleiten und prüfen, was auch zur Qualitätssicherung empfehlenswert ist. Im Falle der steuerlichen Förderung genügt rein rechtlich eine Fachunternehmererklärung des durchführenden Handwerkers.

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