Energiewirtschaft

Siemens streicht 1.400 Jobs - Erlangen und Berlin besonders betroffen

Siemens will 1.400 Stellen in Deutschland streichen. Weltweit sind es viel mehr Jobs, die in der Energiesparte wegen eines Sparprogramms wegfallen sollen.

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München - Siemens will in seiner kriselnden Energiesparte 2.700 Arbeitsplätze streichen, davon 1.400 in Deutschland. Die Standorte Erlangen und Berlin seien am stärksten betroffen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos ab.

Überkapazitäten von Gasturbinen und die Energiewende machen der Sparte seit langem zu schaffen. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal auf 2,8 Milliarden Euro.

Siemens will 500 Millionen Euro in der Energiesparte sparen

Siemens hatte schon im Herbst einen deutlichen Stellenabbau angekündigt und die Standorte neu aufgestellt. Zu der Sparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass die Energiesparte über das laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro einsparen müsse. Konzernchef Joe Kaeser will die Sparte bis September nächsten Jahres an die Börse bringen.

Kritik von der IG Metall

Die IG Metall kritisierte: "Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend." Die Gewerkschaft werde mit den Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten "Programme zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels" keine Lippenbekenntnissen oder halbherzige Ansätze blieben, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall.

Der Konzern kündigte an, zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern zu beraten und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen. Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis sagte, die neue Struktur setze Synergien frei, und "die geplanten Maßnahmen helfen uns dabei, mehr Wachstumschancen zu schaffen". Durch Synergien und Kapazitätsanpassungen sollen 200 Millionen Euro eingespart werden, 100 Millionen Euro resultieren aus der neuen Aufstellung, 200 Millionen Euro aus Einsparungen bei Supportfunktionen.

Quelle: DPA

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