Deutsches Institut für Service-Qualität

Service und Preis: 37 Stromversorger im Test

Stromversorger unterscheiden sich einem aktuellen Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität zufolge nicht nur hinsichtlich ihrer Preise. Auch beim Service zeigen sich demnach erhebliche Differenzen.

SiegerDas Deutsche Institut für Service-Qualität hat 347 Stromversorger zu Preis und Leistung untersucht.© Yurij Panyukov / Fotolia.com

Hamburg - Viele Verbraucher beziehen ihren Strom vom Grundversorger. Doch oft wäre ein Wechsel des Anbieters gut für die Haushaltskasse. Allerdings bieten nicht alle Unternehmen sowohl attraktive Tarife als auch einen guten Service. Das zeigt die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität, welches im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv 37 Stromanbieter getestet hat.

Jährliche Stromkosten um bis zu 14 Prozent senken

Bei einem Wechsel vom Grundversorger zu einem alternativen Anbieter lässt sich einiges sparen – je nach Stadt und Verbrauchsmenge bis zu 14 Prozent der jährlichen Stromkosten, so das Ergebnis des Tests. Auch die Preise der Ökostromanbieter lägen in etlichen Fällen unter denen der Grundversorger. Ein Vergleich der verschiedenen Stromanbieter sei aber nötig, denn nicht jedes Angebot sei automatisch attraktiver als der Grundversorger-Tarif. Wer im Test jeweils den günstigsten statt des teuersten Anbieters wählt, spare im Schnitt knapp ein Viertel der Kosten.

"Die Tarifkosten sollten nicht das einzige Kriterium bei einem Anbieterwechsel sein. Verbraucher sollten zum Beispiel auch auf die nicht immer kundenfreundlichen Vertragsbedingungen achten, etwa hinsichtlich der Mindestlaufzeiten oder Preisgarantien", rät Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

Große Unterschiede beim Service

Beim Service liegt die Branche der Auswertung zufolge auf einem insgesamt nur ausreichenden Niveau. Besonders unbefriedigend sei die Bearbeitung von E-Mails: Mehr als 40 Prozent der Anfragen blieben unbeantwortet. Der Service am Telefon falle – mit langen Wartezeiten und einer nicht selten nur oberflächlichen Beratung – ebenfalls schwach aus. Es gäbe jedoch auffällige Unterschiede. Dazu Marktforschungsexperte Markus Hamer: "Im Anbieter-Vergleich fällt auf, dass Verbraucher bei den Ökostromanbietern oft nicht nur einen besseren Service erhalten, sondern auch kundenfreundlichere Vertragsbedingungen."

Ranking der Ökostromanbieter

Testsieger ist der Ökostromanbieter Knauber Strom (Qualitätsurteil: "gut"). Beim Service zeige das Unternehmen die einzige sehr gute Leistung. Die Website ist die beste im Test. Sie überzeuge unter anderem mit komfortablen Funktionen im Kundenkonto und vielfältigen Kontaktangeboten. Knauber Strom punkte zudem mit den im Schnitt drittgünstigsten Tarifen.

Den zweiten Rang belegt Montana (Qualitätsurteil: "gut"). Die Preise des Ökostromanbieters lägen unter dem Durchschnitt. Eine besondere Stärke sei der Service per E-Mail. Anfragen beantworte das Unternehmen schnell und zuverlässig mit kompetenten und lösungsorientierten Auskünften. Das Kundenportal präsentiere sich informativ. Drittbester Ökostromanbieter ist Sauber Energie (Rang vier im Gesamtergebnis).

Ovag Energie (Qualitätsurteil: "gut") folgt als bester klassischer Stromanbieter auf Rang drei im Gesamtergebnis. Die Preise sind demnach im Schnitt am zweitgünstigsten und in den untersuchten Szenarien stets niedriger als beim Grundversorger. Insbesondere in den untersuchten Metropolen Berlin und München sei das Sparpotenzial hoch. Positiv bewertet das Institut außerdem lange Preisgarantien von 15 Monaten trotz einer kurzen Mindestvertragslaufzeit von drei Monaten. Stadtwerke Flensburg wurde im Test zweitbestes Unternehmen unter den konventionellen Anbietern, DEW21 drittbestes (Ränge fünf und acht im Gesamtergebnis.)

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