Stichtag 1.8.2014

SEPA, EEG, Geldanlage: Änderungen zum August

Verbraucher müssen sich zum 1. August auf einige Änderungen einstellen. Für EEG-Reform und SEPA wird es nun ernst - zum 1. August treten beide in Kraft. Außerdem stehen Neuerungen bei der Finanzberatung und beim Betreuungsgeld an.

Vertragswechsel© pojoslaw / Fotolia.com

Saarbrücken (AFP/red) - Ausgiebig hatten Politiker und Wirtschaft in den vergangenen Monaten über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gerungen. Währenddessen hatten die Banken viel mit der Umstellung auf das europäische Zahlungssystem SEPA zu tun.

EEG-Reform

Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht vor, sowohl den Ausbau von Ökostrom-Anlagen als auch die staatliche Förderung für die Erzeugung von grünem Strom zu beschränken. Verbraucher müssen weiter die mit der Stromrechnung anfallende EEG-Umlage zahlen; ein verringerter Beitrag wird dabei aber für Betriebe bestimmter Industriezweige sowie für Bahngesellschaften fällig. Wer neue Anlagen baut, um Strom für den Eigenverbrauch zu produzieren, muss hingegen Stück für Stück mehr an Umlage bezahlen: Bis Ende 2015 sind zunächst 30 Prozent der regulären EEG-Umlage fällig. Die Rate steigt bis 2017 auf 40 Prozent. Kleinere Anlagen sind davon ausgeschlossen, ebenso bereits bestehende Anlagen. Betreiber größerer Neu-Anlagen müssen außerdem künftig ihre Energie direkt vermarkten. Die Umstellung erfolgt schrittweise.

SEPA

Das einheitliche europäische Zahlungssystem SEPA tritt endgültig in Kraft. Fortan werden einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, also für Überweisungen und Lastschriften, gelten. Für Bankkunden ändern sich dann die Bankverbindungsdaten: Die bisherige Kontonummer und Bankleitzahl werden nach und nach abgeschafft und durch die internationale Kontonummer, die sogenannte IBAN, ersetzt. Sie besteht aus 22 Stellen. In einer Übergangsfrist bis Februar 2016 können Verbraucher für inländische Überweisungen aber auch noch die bisherigen Verbindungsdaten nutzen, sofern ihre Bank das zulässt.

Anlageberatung

Erstmals gibt es ab 1. August in Deutschland ein geschütztes Berufsbild des Honorar-Anlageberaters. Solche Berater sollen möglichst unabhängig und transparent ihre Empfehlungen an die Kunden aussprechen. Die Finanzaufsicht Bafin führt ein Register über die geprüften Honorar-Anlageberater. Ab 1. August kann die Liste im Internet eingesehen werden. Honorar-Anlageberater dürfen sich nur von ihren Kunden bezahlen lassen, Provisionszahlungen für vermittelte Anlageprodukte sind für sie tabu. Sollten sie ein Produkt an den Mann bringen, dass sich nur als Provisionsprodukt vermitteln lässt, müssen sie die Extra-Zahlung unverzüglich an den Kunden weitergeben.

Anderweitige "Provisionen" wie etwa Belohnungsreisen sind für Honorar-Anlageberater verboten. Die Berater sind dazu verpflichtet, ihren Kunden eine breit gestreute, am Markt ausgerichtete Angebotspalette verschiedener Anbieter zu präsentieren. Institute, die sowohl Finanzberatung auf Provisionsbasis als auch Honorar-Anlageberatung anbieten, müssen beides streng voneinander trennen.

Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld steigt von bisher 100 Euro monatlich auf 150 Euro im Monat. Eltern, die für ihr Kind im zweiten Lebensjahr keine öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen, können seit August vergangenen Jahres die staatliche Familienleistung beziehen.

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