Rohstoffe

Seltene Erden - Unentbehrlich auch im Handy

Flachbildfernseher, Handys, Energiesparlampen: In immer mehr Geräten kommen Metalle der sogenannten Seltenen Erden zum Einsatz. Welche gibt es, wofür werden sie gebraucht und wo liegen die Gefahren für Mensch und Umwelt, wenn sie abgebaut werden?

Handy Tarifvergleich© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der weltweite Bedarf an diesen Materialien steigt rasant, der Wettbewerb wird immer heftiger. Seltene Erden ermöglichen Technologien, die es ohne sie nicht oder nur mit geringerer Leistung geben würde.

Welche Seltenen Erden gibt es?

Zu den 17 Elementen der Seltenen Erden zählen neben Scandium, Yttrium und Lanthan auch die 14 auf das Lanthan folgenden Metalle, die sogenannten Lanthanoide. Einige dieser Metalle kommen hundertmal häufiger vor als Gold, insofern ist die Bezeichnung "selten" etwas irreführend, ebenso wie der Name "Erden", da es sich um Metalle handelt.

Wo kommen Seltene Erden vor?

Die Vorräte befinden sich unter anderem in Kanada, den USA, Brasilien, Indien, Russland, Vietnam, Schweden, der Mongolei und Australien. China verfügt nach Schätzungen über ein knappes Drittel der weltweiten Ressourcen, andere Quellen sprechen von noch deutlich größeren Anteilen. Dort müssen die Rohstoffe zum Teil teuer eingekauft werden, was zu einer künstlichen Verknappung und Preissteigerungen führt.

Wofür werden sie verwendet?

Von den rund 137.000 Tonnen Rohstoffen aus der Gruppe der Seltenen Erden, die Unternehmen im Jahr 2011 voraussichtlich einsetzen werden, wird der größte Anteil (30 Prozent) für die Glas- und Keramikproduktion verwendet. Rund 20 Prozent gehen in die Produktion von Magneten, beispielsweise für Elektromotoren in Hybrid-Autos oder in Generatoren von Windturbinen. Darüber hinaus werden die Seltenen Erden für Katalysatoren (19 Prozent), Metalllegierungen und Batterien (18 Prozent) oder bei der Lampenherstellung (7 Prozent) benötigt. Bei der Handyherstellung kommen sie beispielsweise als Leuchtmittel oder in Displaygläsern zum Einsatz, werden aber auch in Mikrofonen, Lautsprechern und magnetischen Datenspeichern verarbeitet.

Mit bewusstem Konsum und Recycling Umweltschäden entgegenwirken

Beim Abbau der Metalle kann es zu beträchtlichen Umweltschädigungen kommen. Die anfallenden Rückstande enthalten teilweise Giftstoffe und radioaktive Materialien. Werden die Rückstände nicht sicher gesammelt, kann es zu Verseuchungen des Bodens und des Grundwassers kommen. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, warum Umweltschutzverbände dazu aufrufen, Handys fachgerecht zu recyceln und nicht einfach über den Hausmüll zu entsorgen. Leider ist die Wiedergewinnung der Seltenen Erden noch schwierig und nicht wirklich ausgereift. Auch beim Konsum solle man sich besser zurückhalten und nicht ständig neue Handys kaufen, wenn das alte noch voll funktionsfähig ist.

(Quellen: Studie des Unternehmens Roland Berger, Wissenschaftliche Dienste des Bundestags, NABU)

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