Mehr Transparenz

Sachsen veröffentlicht Ergebnisse der Strompreisprüfung

Wie zuvor die Kollegen in Nordrhein-Westfalen hat nun auch die sächsische Kartellbehörde innerhalb des Wirtschaftsministeriums die beantragten und die genehmigten Strompreiserhöhungen gegenübergestellt und veröffentlicht. 31 Versorger dürfen ihre Preise erhöhen, oftmals aber um weniger als beantragt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Das sächsische Wirtschaftsministerium will mehr Transparenz bei der Preispolitik der Strom- und Gasversorger schaffen. Die Ergebnisse der Preisprüfungen der sächsischen Stromversorger sind daher ab sofort auf der Internetseite des Ministeriums einsehbar, sagte Minister Thomas Jurk (SPD) am Mittwoch im Landtag.

Von den 39 sächsischen Stromanbietern hätten Anfang des Jahres 32 eine Tariferhöhung beantragt, in 31 Fällen sei bereits eine Entscheidung gefallen. In 29 Fällen habe das Ministerium als Energieaufsichtsbehörde die geforderten Preiserhöhungen im Durchschnitt um ein Viertel gekürzt. Statt der von den Unternehmen beantragten Erhöhungen um durchschnittlich fünf Prozent stiegen die Preise nun um 3,6 Prozent.

Bei den Gasanbietern gestalten sich die Einwirkungsmöglichkeiten des Ministeriums nach Angaben Jurks schwieriger. Die Gaspreise in Ostdeutschland lägen höher als in den alten Ländern. Der Preis für ein freistehendes Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 35 000 Kilowatt liege in Sachsen durchschnittlich elf Prozent über dem billigsten Bundesland Rheinland-Pfalz. Der teuerste sächsische Anbieter verlange 38 Prozent mehr, als der billigste in Rheinland-Pfalz. Höher seien die Gaspreise deutschlandweit nur in Sachsen-Anhalt.

Die Landeskartellbehörde habe im November bei der letzen Überprüfung der 40 Gasanbieter in sieben Fällen zu hohe Preise moniert. Diese Anbieter müssen sich nun vor dem Wirtschaftsministerium rechtfertigen. Allerdings könnten nur die Preise der Unternehmen untereinander verglichen werden. Deshalb will Jurk nun ein unabhängiges Gutachten in Auftrag geben, das klären soll, warum das Preisniveau in Sachsen höher liege als in den alten Bundesländern.

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