Braunkohle wichtigster Energieträger

Sachsen stellt neues Energieprogramm vor

Die Staatsregierung hatte 1993 ein erstes Energieprogramm vorgestellt. Die Umstrukturierung der sächsischen Energiewirtschaft sowie die geänderten Rahmenbedingungen machten eine Aktualisierung nötig. Grundlage des Programms sind wissenschaftliche Expertisen und unterschiedliche Szenarien.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) hat heute in Leipzig das Energieprogramm Sachsen 2004 vorgestellt. In dem Papier steckt der Freistaat den energiepolitischen Kurs für die kommenden zehn Jahre ab. Kernpunkte sind die Stärkung des Wettbewerbs auf dem Energiemarkt sowie die weitere effiziente Nutzung der Braunkohle als wichtigstem heimischen Energieträger.

Etwa 85 Prozent der jährlich in Sachsen erzeugten Energie wird in Braunkohlekraftwerken gewonnen. "Mit den Anlagen in Lippendorf und Boxberg hat der Freistaat den weltweit modernsten Kraftwerkspark",sagte Gillo. Zudem sei dieser Energieträger sicher. Die erkundeten Vorräte reichen bis weit in das nächste Jahrhundert. Damit sei Sachsen unabhängig von Fluktuationen auf dem Weltmarkt.

Der Minister betonte auch die soziale Komponente der Energiewirtschaft. "Wir müssen Energie liefern, die sich die Leute leisten können. Das darf nicht zur Sache von Eliten werden", sagte Gillo. Das gelte auch für die erneuerbaren Energien. Diese dürften erst dann greifen, wenn sie für alle bezahlbar seien. Allerdings lägen die Strompreise in Sachsen momentan noch etwas über dem bundesdeutschen Durchschnitt. "Der Grund dafür liegt im nahezu kompletten Tausch des Verteilungsnetzes nach der Wende", erklärte der Minister. Die Kosten dafür würden von den Kunden getragen.

Gillo kritisierte in diesem Zusammenhang die Energiepolitik der Bundesregierung. "Sie schränkt durch ihre inkonsequente Haltung den Wettbewerb ein", sagte er und nannte unter anderem das Gesetz zu den erneuerbaren Energien. "Außerdem sollten wir uns auch der Kernenergie nicht gänzlich verschließen", erklärte der Minister. Wenn der Kohlendioxid-Ausstoß tatsächlich kontinuierlich verringert werden solle, müsse man sich diese Option offen halten und ideologiefrei diskutieren. Allerdings sieht Gillo Sachsen nicht als Standort für Kernenergie: "Wir haben dafür dank der Braunkohle keinen Bedarf. Aber wir werden uns an der Forschung zur Sicherheit von Atomstrom beteiligen."

Die Staatsregierung hatte 1993 ein erstes Energieprogramm vorgestellt. Die Umstrukturierung der sächsischen Energiewirtschaft sowie die geänderten Rahmenbedingungen machten eine Aktualisierung nötig. Grundlage des Programms sind wissenschaftliche Expertisen, unterschiedliche Szenarien zur energiewirtschaftlichen Entwicklung sowie ein Diskussionsforum mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

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