Tagebau Garzweiler

RWE: Erheblicher Sachschaden durch Klimaproteste

Die Klimaproteste im Rheinischen Revier, an dem tausende Umweltschützer teilgenommen haben, haben laut Energiekonzern RWE zu einem Sachschaden in sechsstelliger Höhe geführt. Derzeit bahnen sich schon die nächsten Aktionen an.

RWE© RWE AG

Aachen/Essen – Durch die Klimaproteste im Rheinischen Revier im Juni ist dem Energiekonzern RWE nach eigenen Angaben ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe entstanden. Die Schäden unter anderem an technischen Anlagen, Wegen, Schildern und Zäunen beliefen sich auf 250.000 Euro, teilte RWE mit. Insgesamt seien dem Unternehmen Aufwendungen von rund einer Million Euro entstanden - unter anderem auch für den höheren Aufwand bei der Bewachung, für Feuerwehr und Rettungsdienst, Reparaturkosten sabotierter Anlagen und die Instandsetzung von Zäunen und Wegen.

So seien Aktivisten über Steilböschungen rutschend in den Tagebau Garzweiler eingedrungen. Dabei seien Wegkanten weggebrochen und Böschungsmaterial auf Trassen gerutscht, die für den Transport von Personen und Gerät im Tagebau gebraucht würden. Diese hätten wieder hergestellt werden müssen.

Polizisten leisteten 145.000 Dienststunden während der Proteste

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hatte unlängst mitgeteilt, dass an Blockaden des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" im Tagebau Garzweiler und auf Kohle-Transportbahnen knapp 3.000 Aktivisten beteiligt waren. 9.600 Kräfte der Polizei waren demnach bei den mehrtägigen Protesten mit insgesamt rund 145.000 Dienststunden im Einsatz.

Umweltschützer haben weitere Proteste angekündigt

Jetzt bahnen sich die nächsten Klimaproteste im Rheinischen Revier an, wenn auch eine deutliche Nummer kleiner: Die Jugendorganisation des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) startet am Freitag am Tagebau Hambach ihr "Camp for Future" (2.-11. August). Dazu werden im Umsiedlungsort Kerpen-Manheim bis zu 250 Teilnehmer erwartet. "Wir gehen von einer ganz normalen Veranstaltung aus", sagte eine Polizeisprecherin in Aachen. In den vergangenen Jahren sei es nicht zu Stör-Aktionen gekommen - anders als beim Klimacamp, das anschließend vom 15. bis 17. am Tagebau Garzweiler stattfinden soll.

Neben Workshops werde es in der Nähe von Erkelenz auch Aktionen gegen die Braunkohle geben, kündigte ein Sprecher an. So rufe das Aktionsbündnis "Kohle ersetzen!" zu einer Blockadeaktion (22.-25. August) mit mehreren Hundert Teilnehmern auf.

Quelle: DPA

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