Tipp: Energie sparen

RWE-Chef rechnet mit weiter steigenden Strompreisen

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung hat RWE-Chef Harry Roels es als unehrlich bezeichnet, wenn man den deutschen Verbrauchern Hoffnung auf sinkende Strompreise macht. Sein Tipp: Strom sparen. Sein Unternehmen überlege momentan, Stromspartipps auf die Rechnungen zu drucken.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Ansicht von RWE-Chef Harry Roels auf weiter steigende Energiepreise einstellen. "Es ist eine Illusion, zu glauben, dass die Strompreise auf Dauer sinken werden. Wer das behauptet, ist unehrlich", sagte Roels der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe). Wie auch die Kosten für Erdöl oder Gas stiegen die Strompreise langfristig weiter.

Der RWE-Chef forderte die Haushalte auf, den Preisanstieg durch eigene Initiative einzudämmen. "Die beste Empfehlung, die ich geben kann, lautet: Sparen Sie Energie", sagte er. Möglich seien Reduzierungen in der Größenordnung von zehn Prozent der Stromrechnung. RWE wolle dabei behilflich sein. "Wir überlegen, ob wir auf unsere Stromrechnung künftig Stromspar-Tipps drucken", sagte Roels.

Zu den Rekordgewinnen seines Konzerns sagte der RWE-Chef: "Ohne Gewinne kann ein Unternehmen nicht investieren." Er kündigte Investitionen in Deutschland im Umfang von zwölf Milliarden Euro in den kommenden Jahren an.

Im Zusammenhang mit der neu aufgeflackerten Diskussion um den Atomausstieg betonte Roels, längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke seien volkswirtschaftlich sinnvoll. "Zumindest sollten wir ohne Scheuklappen darüber reden. Wir bekämen mehr Zeit, um den Übergang von Kernkraft auf andere Energien zu überbrücken", argumentierte er. Deutschland habe noch kein klares Energiekonzept, durch welche Energieträger die Atomkraftwerke ersetzt werden sollen. "Da ist auch die Politik jetzt gefordert", sagte Roels.

Ein weiteres Argument für längere Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke sei die daraus resultierende Dämpfung des Preisanstiegs. "Es kostet das Land mindestens einen zweistelligen Milliardenbetrag, die Kernkraft durch andere Energien zu ersetzen", sagte Roels.

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