Vereinbarung

Russland und Ukraine einigen sich auf neue Gaspreise

Die Ukraine und Russland haben sich nach Angaben Moskaus auf neue Preise für russische Gaslieferungen geeinigt. Details zu den vereinbarten Preisen nannte ein russischer Regierungssprecher am Freitag nicht. In der Vergangenheit war der Gasstreit zwischen beiden Ländern mehrfach eskaliert.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - "Die Regierungen von Russland und der Ukraine haben den Vereinbarungen von Gazprom und seinen ukrainischen Partnern über die Zusammenarbeit bei Gas, auch über Preisspannen, zugestimmt", sagte ein russischer Regierungssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax. Die Vereinbarung beruhe auf Vorschlägen des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Details zu den vereinbarten Preisen nannte der Sprecher nicht; Janukowitsch hatte jedoch niedrigere Preise für die russischen Gaslieferungen ans Nachbarland gefordert.

Streit über den Preis für russisches Gas und die Bezahlung der Lieferungen hatten in der Vergangenheit wiederholt zu einem Stopp der russischen Gaslieferungen an die Ukraine geführt. Davon ist jedes Mal auch Mittel- und Westeuropa betroffen: 25 Prozent des in der EU verbrauchten Erdgases kommen aus Russland, vier Fünftel davon fließen durch Leitungen auf ukrainischem Gebiet. Anfang 2009 waren die Gaslieferungen von Russland nach Europa wegen eines Streits zwischen Moskau und Kiew für zwei Wochen unterbrochen. Danach hatten sich die beiden Staaten eigentlich auf einen zehnjährigen Gasliefervertrag geeinigt; Janukowitsch hatte vor seiner Wahl im Februar aber versprochen, den Gaspreis neu auszuhandeln.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gazprom

    EU und Gazprom einigen sich – Milliardenstrafe abgewendet?

    Zwischen Gazprom und der EU-Kommission herrschte jahrelang Streit. Die Brüsseler Behörde zeigte sich misstrauisch hinsichtlich der Energiemacht der Firma und der Einhaltung der in der EU geltenden Wettbewerbsregeln.

  • Erdgaspipeline

    Gasstation in Österreich explodiert – Gasexporte unterbrochen

    Wegen einer Explosion an einer Gasstation in Österreich kommt es zu Störungen bei der Gasversorgung im Süden und Südosten Europas. Bei der Station handelt es sich um einen wichtigen Knotenpunkt, über den etwa Gas aus Russland nach Italien verteilt wird.

  • Stromnetz Ausbau

    Bewegung im russisch-ukrainischen Gaskonflikt

    Bei seinem Antrittsbesuch in Moskau verhandelte das ukrainische Staatsoberhaupt Viktor Janukowitsch über weitere Gaslieferungen, er verhandelte jedoch nicht mit Präsident Medwedew über den Gaspreis. Seitdem Russland im Januar 2009 den Gashahn zugedreht hatte, muss Kiew den Weltmarktpreis zahlen.

  • Stromtarife

    Türkisch-russische South-Stream-Pipeline soll Ukraine umgehen

    Die South-Stream-Pipeline, die die Ukraine umgehen wird, ist nach jahrelangen Verhandlungen nun von Russland und der Türkei beschlossen worden. Damit sind alternative EU-Pläne passé. Russland will über die Pipeline Gas nach Mitteleuropa pumpen.

  • Stromnetz Ausbau

    Vertrag über Nabucco-Pipeline unterzeichnet

    Die EU hat einen wichtigen Schritt zur Sicherung ihrer Energieversorgung getan. In Ankara unterzeichneten die Regierungen von vier EU-Länder und der Türkei am Montag ein Abkommen für das Pipeline-Projekt Nabucco, das von 2014 an jedes Jahr 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Zentralasien über die Türkei nach Europa bringen soll.

Top