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Rohöl verteuert sich – Treibstoffpreise steigen weiter

Die Treibstoffpreise an den Tankstellen steigen weiter an. Hintergrund sind die Preisanstiege beim Öl auf dem Weltmarkt. Einen großen Einfluss haben die Entscheidungen der Organisation erdölexportierender Länder.

Benzinpreise© Visionär / Fotolia.com

New York/London/Frankfurt - Die steigenden Ölpreise auf dem Weltmarkt lassen auch die Treibstoffpreise weiter in die Höhe schießen: Der Durchschnittspreis für Super E10 lag zuletzt zeitweise bei mehr als 1,50 Euro je Liter. Auch am Dienstag setzte sich der Höhenflug der Rohöl-Preise fort: Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent wurde gegen Mittag bei 81,80 US-Dollar gehandelt, nachdem zuvor bei 82,20 Dollar der höchste Stand seit November 2014 erreicht worden war. Das Nordseeöl hat sich seit Mitte August somit um etwa 15 Prozent verteuert.

Preise für US-Rohöl steigen ebenfalls

Zeitgleich mit dem Anstieg beim Brent-Öl ging es auch mit dem Preis von US-Rohöl weiter aufwärts. Der Höhenflug der vergangenen Tage bei der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) setzte sich ebenfalls fort. Zuletzt kostete ein Barrel US-Öl im Mittagshandel 72,48 Dollar. Bei dieser Sorte beträgt der Anstieg seit Mitte August etwas mehr als zehn Prozent.

Zusammenhang: Opec-Entscheidungen und Ölpreise

Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank sorgt immer noch die Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gemeinsam mit anderen wichtigen Förderländern wie Russland vom Wochenende für Auftrieb. Die unter dem Namen "Opec+" zusammengefassten Länder hatten am Sonntag bei einem Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier beschlossen, vorerst nichts gegen die steigenden Ölpreise zu unternehmen und ihre Fördermengen unverändert zu lassen.

Nach der Entscheidung "befürchten nicht wenige Marktteilnehmer Angebotsengpässe", hieß es in einer Analyse der Commerzbank. Anfang November treten die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, die den Ölsektor betreffen. Bereits mit der Ankündigung der Sanktionen kam es zu einem Rückgang der Ölexporte aus dem Iran, der sich in den kommenden Monaten verstärken dürfte.

Sollte die Opec nicht nur unwillig, sondern möglicherweise auch nicht in der Lage sein, die Produktion kurzfristig zu erhöhen, könnten die Ölpreise noch wesentlich stärker steigen, kommentierte Stephen Innes vom Handelshaus Oanda. Zuletzt hatten der Mineralölhändler Mercuria Energy Group mit Sitz in Genf und das niederländische Handelsunternehmen Trafigura Group einen Anstieg der Ölpreise bis an die Marke von 100 Dollar je Barrel nicht ausgeschlossen.

Quelle: DPA

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