Führungswechsel

RIM: Konzernspitze gibt Rücktritt bekannt (Upd.)

Die beiden Gründer des kriselnden Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), Mike Lazaridis und Jim Balsillie, treten von der Spitze des Konzerns ab. Neuer Chef wird der frühere Siemens-Manager Thorsten Heins.

24.01.2012, 08:09 Uhr
Handy Tarife© Udo Kroener / Fotolia.com

New York (afp/red) - Dies teilte das kanadische Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) mit. Investoren hatten einen Wechsel an der Spitze des Konzerns gefordert.

"Irgendwann kommt im Wachstum eines jeden erfolgreichen Unternehmens der Moment, wenn die Gründer erkennen, dass die Leitung an eine neue Führung übergeben werden muss", erklärte Lazaridis in einer Stellungnahme des Unternehmens. Für RIM beginne nun eine neue Phase, und es sei an der Zeit, dass eine neue Konzernspitze das Unternehmen durch dieser Phase und in die Zukunft führe. Der 50-Jährige wird Vize-Vorsitzender des Verwaltungsrates, der ebenfalls 50 Jahre alte Balsillie wird einfaches Mitglied des Gremiums.

"Solide Bilanz" trotz starker Konkurrenz

Zum neuen Chef des Unternehmens mit Sitz im kanadischen Waterloo wurde der 54 Jahre alte Heins ernannt, der seit 2007 für RIM arbeitet. Der 54-jährige Manager war zuletzt als Vorstand für Blackberry-Smartphones zuständig. Bei Siemens war er als Manager in der Kommunikationssparte tätig. Er betonte, RIM habe eine "solide Bilanz" vorzuweisen und kaum Schulden. Im vergangenen Quartal hatte der Konzern allerdings 71 Prozent weniger als ein Jahr zuvor verdient.

Das kanadische Unternehmen kämpft schon länger gegen die starke Konkurrenz wie dem iPhone von Apple und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Laut dem Branchendienst comScore sank der Marktanteil von RIM in den USA von Ende August bis Ende November von 19,7 auf 16,6 Prozent. Schwere Rückschläge erlebte RIM auch mit der Verspätung bei der Einführung des neuen Blackberry 10 und beim Tablet-Computer PlayBook, das sich nur schlecht verkauft.

Aktionäre forderten Führungswechsel

In den vergangenen Monaten war immer wieder über eine Übernahme des Unternehmens spekuliert worden. Innerhalb eines Jahres ist der Wert von RIM an der New Yorker Börse um 73 Prozent zurückgegangen, Ex-Chef Balsillie beteuerte aber im "Wall Street Journal", der Führungswechsel hänge nicht damit zusammen.

Nach der Vorstellung der letzten Quartalszahlen im Dezember hatte allerdings der Investmentfonds Jaguar, der nach eigenen Angaben zusammen mit verbündeten Aktionären knapp zehn Prozent des RIM-Kapitals hält, die Doppelspitze des Konzerns kritisiert und einen Führungswechsel gefordert. RIM hatte einräumen müssen, im abgelaufenen Geschäftsquartal bis 26. November 71 Prozent weniger als im Vorjahresquartal verdient zu haben.

Was Heins vorhat

Er werde so schnell wie möglich einen neuen Marketing-Chef ernennen, sagte Heins am Montag. Der solle die Verbraucher vor allem in den USA davon überzeugen, dass Blackberrys nicht nur für Geschäftsleute gebaut werden. "Ein dramatischer Wandel ist nötig".

Eine Zerschlagung des Unternehmens plane er nicht, versicherte Heins. Die Stärke von RIM seien "integrierten Lösungen". Er werde das Unternehmen "in keiner Weise teilen oder in mehrere verschiedene Firmen aufspalten".

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