Effizienz-Offensive

Rheinland-Pfalz: Eine Million Euro für Energieeinsparung in Wohngebäuden

Rheinland-Pfalz will die Sanierung von Altbauten fördern. Voraussetzung für eine Unterstützung ist eine erwartete Energieeinsparung von mindestens 30 Prozent bei Wohngebäuden und mindestens 40 Prozent bei öffentlichen Gebäuden. Anträge zur Förderung können ab Oktober eingereicht werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mainz (red) - Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium hat eine Effizienz-Offensive für Altbauten gestartet, die sowohl die Energieeinsparung in Wohngebäuden als auch in öffentlichen Gebäuden unterstützt. Allein für die Förderung bei Wohngebäuden steht ein Volumen von einer Million Euro zur Verfügung, teilt Minister Hans-Artur Bauckhage mit. Das "Programm zur Energieeinsparung in Wohngebäuden" startet am 1. Oktober 2005.

Eine vom Technologiebeirat des Ministeriums durchgeführte Expertenbefragung komme zu dem Schluss, dass kurz- bis mittelfristig Energieeinsparungen in Höhe von zehn Prozent durch Gebäude- und Heizungsanlagensanierung realisierbar seien, erläuterte Bauckhage. Die größten Einsparpotenziale seien bei der Bereitstellung von Wärme für Raumheizung und Warmwasserbereitung zu erwarten. Hier könnten eine bessere Gebäudedämmung und eine effizientere Anlagentechnik einiges bewirken. "Diese Potenziale wollen wir gerade in Zeiten steigender Heizölpreise nutzen helfen", sagte der Minister.

Fördervoraussetzung ist eine Energieeinsparung um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand bei einem Altbau, der bis 1978 fertig gestellt wurde. Die erwartete Einsparung muss durch einen anerkannten Energieberater bestätigt werden. Pro 1000 Kilowattstunden erwarteter Einsparung gibt es 160 Euro Zuschuss, jedoch mindestens 1000 und höchstens 4000 Euro pro Wohngebäude, zuzüglich 150 Euro für die notwendige Bestätigung des Energieberaters. Die EffizienzOffensive Energie Rheinland-Pfalz e.V. (EOR) wird die Anträge annehmen und prüfen. Die Bewilligung der Mittel erfolgt über das Ministerium.

Auch öffentliche Gebäude und Gemeinden sollen im Rahmen eines Pilotprojektes gefördert werden. Hier soll die Einführung des Energiepasses auf Grundlage des von der Deutschen Energieagentur entwickelten Zertifikates gefördert werden. Dabei werden Maßnahmen unterstützt, die bei geringstem Mittelaufwand den größten energetischen Nutzen erwarten lassen. Weitere Förderkriterien sind die regionale Wertschöpfung sowie die Beschäftigungseffekte für Handwerk und Architekten. Gleichzeitig müssen die Maßnahmen Vorbildcharakter für die Gemeinden haben. Förderfähig sind Maßnahmen zur Wärmedämmung und zum Austausch der Heizung. Auch hier ist eine Energieeinsparung um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand Fördervoraussetzung, die zu erwartende Einsparung muss ebenfalls durch einen anerkannten Energieberater bestätigt werden.

Der Zuschuss beträgt 30 Prozent des förderfähigen Investitionsvolumens, höchstens jedoch 50.000 Euro. Anträge nimmt ebenfalls ab Oktober das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (Referat 8406, Postfach 32 69, 55022 Mainz) entgegen. Hier stehen Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung, aus denen auch das Förderprogramm Qualitätsmanagement Holzheizwerke gespeist wird. "Wir werden gemeinsam mit dem Handwerk und der Verbraucherzentrale eine Informationskampagne durchführen und die beiden Programme breit bewerben", so Minister Bauckhage abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hausfinanzierung

    Energetische Sanierung 2018: Darauf müssen Hauseigentümer achten

    Für die energetische Sanierung, sei es der Umstieg auf eine Ökoheizung oder der Kauf eines Solarstromspeichers, gelten neue Regelungen bei der Förderung. Darauf machen die Experten von Zukunft Altbau aufmerksam. Änderungen kommen auf manche auch bezüglich der Energieausweise zu.

  • Heizölpreise

    Wärmepumpe, Solarthermie und Co.: Förderung unter neuen Bedingungen

    Für eine Wärmepumpe, Solarthermieanlage und weitere grüne Heizanlagen können staatliche Fördermittel in Anspruch genommen werden. Seit Beginn des Jahres muss allerdings die Förderung vor dem Kauf beantragt werden.

  • Stromnetz Ausbau

    Rheinland-Pfalz kritisiert Gewinnsucht der Gaskonzerne

    Die Parteien im Mainzer Landtag haben den Energiekonzernen gestern Preistreiberei und Gewinnsucht vorgeworfen. Die hohen Preise seien "Gift für die Konjunktur in Deutschland". Daher sei dringend eine "Energiewende" mit einer stärkeren Förderung der Biomasse, mehr Windkraftanlagen sowie Anreizen zu Energieeinsparung nötig.

  • Energieversorung

    650 Euro mehr pro Haushalt: vzbv fordert Effizienz-Offensive

    Die jährlichen Energiekosten steigen nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) 2005 für die deutschen Haushalte um durchschnittlich 650 Euro. Daher hat der Verband eine Effizienz-Offensive gefordert und präsentiert einen Zehn-Punkte-Katalog zum sparsamen und effizienten Energieeinsatz.

  • Strompreise

    ASUE: Ein Drittel allein für Heizung und Warmwasser ist zu viel

    Nach einer Untersuchung des Forschungszentrums Jülich werden in Deutschland rund 35 Prozent des Energiebedarfs allein für Raumheizung und Warmwasserbereitung benötigt. Nach Ansicht der ASUE könnte dieser Verbrauch deutlich gesenkt werden, beispielsweise durch die Modernisisierung der Heizungsanlage.

Top