Altersvorsorge

Renten in Ost und West werden erneut abgehoben

Die Renten sollen wie 2017 auch in diesem Jahr noch einmal angehoben werden. Damit die Bezüge in den alten und neuen Bundesländern wie geplant angeglichen werden können, steigen die Beiträge im Osten etwas stärker als im Westen.

Rente© Monkey Business / Fotolia.com

Berlin - Die Rentner in Ost und West können sich auch in diesem Jahr auf eine satte Erhöhung ihrer Bezüge freuen. Die Renten sollen im Westen um 3,2 Prozent und im Osten um 3,4 Prozent steigen. Das teilte der neue Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Der aktuelle Rentenwert (Ost) steige damit auf 95,8 Prozent des aktuellen Rentenwerts West (bisher: 95,7 Prozent).

Rund 32 Euro mehr im Westen - ca. 34 Euro mehr im Osten

Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich so um 32,20 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 33,70 Euro. Männer kamen nach dem aktuellen Rentenversicherungsbericht zuletzt auf eine durchschnittliche Rentenzahlung von 1.065 Euro, bei Frauen waren es am 1. Juli 2016 im Schnitt 671 Euro. Aber nur knapp zwei Drittel aller Einkommen der Seniorenhaushalte stammten von der gesetzlichen Rente. 2015 kamen Ehepaare im Westen auf ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich 2.572 Euro, alleinstehende Männer auf 1.593 und Frauen auf 1.422 Euro. In den neuen Ländern verfügten Ehepaare über 2.257 Euro, alleinstehende Männer über 1.389 und Frauen über 1.370 Euro.

Renten wurden bereit 2017 angehoben

Die Erhöhung soll zur Mitte des Jahres erfolgen. Im vergangenen Jahr bekamen die Rentner im Osten 3,59 Prozent mehr und im Westen 1,9 Prozent. Heil erklärte: "Auch in diesem Jahr führen die gute Lage am Arbeitsmarkt und die Lohnsteigerungen der Vergangenheit zu besseren Renten. Das ist eine erfreuliche Nachricht für die über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner."

Zudem zeige der erneute Anstieg: "Die gesetzliche Rente ist und bleibt die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland. Diese Säule werden wir nun weiter stärken: mit einer Grundrente, die jahrzehntelangen Einsatz im Arbeitsleben, bei der Pflege und in der Kindererziehung honoriert; mit der Stabilisierung von Rentenniveau und Beitragssatz; und mit einer weiteren deutlichen Verbesserung der Absicherung bei Erwerbsminderung."

Bundessozialminister: Renten in Ost und West werden bis 2025 angeglichen sein

Die Vorgängerregierung hatte eine Angleichung der Renten in Ost und West bis 2025 beschlossen. Heil sagte nun: "Auf dem Weg zu gleichen Rentenwerten in Ost und West kommen wir mit der Rentenanpassung 2018 somit gut voran. Der Rentenwert (Ost) erreicht 95,8 Prozent des Westwerts. Bis spätestens zur Rentenanpassung 2024 wird der aktuelle Rentenwert (Ost) auf 100 Prozent des Westwerts ansteigen."

Die derzeitige Aufwertung der Berechnungsgrundlage für die Ost-Renten wird im Gegenzug abgeschmolzen. Das bedeutet, dass die im Schnitt niedrigeren Osteinkommen für die Rente nicht mehr ausgeglichen werden sollen.

Über die aktuelle Rentenerhöhung hatte zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

Quelle: DPA

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