Entscheidung

Regulierer bestätigt günstigere Entgelte für Handyanrufe

Die deutschen Verbraucher haben möglicherweise Aussicht auf weiter sinkende Kosten für Anrufe auf dem Handy. Zumindest hat die Netzagentur die Tür dafür geöffnet.

24.02.2011, 17:18 Uhr
Handygespräch© goodluz / Fotolia.com

Bonn (afp/red) - Die Bundesnetzagentur bestätigte am Donnerstag die deutliche Kürzung der Gebühren, die Telefonanbieter bei Anrufen auf Handynummern untereinander zahlen müssen. Diese machen oft einen Großteil der Kosten für Telefonate zu Handys aus.

Ende November waren Gebühren schon gesenkt worden

Bei Telefonaten kassiert zwar zunächst der Telefonanbieter des Anrufenden die Gebühren, er muss aber ein so genanntes Terminierungsentgelt an das Mobilfunkunternehmen des Angerufenen zahlen. Sie fallen bei Anrufen aus dem Festnetz genauso wie bei Anrufen vom Handy aus an.

Die Regulierungsbehörde hatte die sogenannten Regulierungsentgelte schon Ende November fast halbiert. Diese Entscheidung galt zwar ab 1. Dezember, war aber nur vorläufig. Nun korrigierte sie die festgelegten Entgelte zwar minimal nach oben, insgesamt liegen sie aber immer noch deutlich unter bis vergangenes Jahr gültigen Preisen.

Preissenkung trotz Netzausbau?

Bislang waren bei einem Anruf auf einer Handynummer der Deutschen Telekom oder von Vodafone 6,59 Cent pro Minute fällig, für E-Plus und O2 7,14 Cent. Künftig muss die Telefongesellschaft des Anrufenden nur noch zwischen 3,36 und 3,39 Cent zahlen. Die vorläufigen Zahlen sahen Entgelte von 3,33 bis 3,37 Cent vor.

Als Grund für die viel niedrigeren Entgelte nannte die Bundesnetzagentur, dass die Verbraucher mittlerweile viel mehr per Handy telefonierten. Dadurch seien die anfallenden Kosten gesunken. Die Telefonanbieter sind nicht verpflichtet, die niedrigeren Preise an die Kunden weiterzugeben. Gerade bei Handyanbietern herrscht allerdings großer Wettbewerb, vor allem durch viele Discount-Prepaidangebote. Sinkende Preise sind deshalb denkbar - werden aber nicht ins Uferlose fallen, weil die Netzbetreiber den teuren Netzausbau stemmen müssen.

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