Für den Kunden teurer

RegTP genehmigt 12-Cent-Flatrate der Telekom

Der neue Optionstarif, mit dem man eine Stunde für 12 Cent ins Festnetz telefonieren kann, wurde jetzt von der RegTP unter Auflagen genehmigt. Der Tarif sei jetzt kostendeckend und von Wettbewerbern nachbildbar.

Telefontarife© VRD / Fotolia.com

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat am 25. Juni 2004 das von der Deutschen Telekom beantragte 12 Cent-Optionsangebot "enjoy" genehmigt. Im ersten Anlauf hatte die Telekom 10 Cent pro Stunde nehmen wollen, dies hatte die RegTP abgelehnt. Der Tarif von 12 Cent gilt jeweils pro angefangener Stunde.

Erhöhte Entgelte Grund für Genehmigung

"Die Telekom hat mit ihrem neuen Antrag die Maßstäbe und Grundsätze aus unserer Entscheidung, ihren 10 Cent-Optionstarif am 27. Mai 2004 abzulehnen, jetzt berücksichtigt und sowohl die zusätzliche Grundgebühr auf jetzt 4,68 Euro erhöht, als auch das stündlich zu zahlende Entgelt für City- und Deutschlandverbindungen um 20 Prozent von 10 auf 12 Cent erhöht", begründete RegTP-Präsident Matthias Kurth die neue Entscheidung.

Kurth wies darauf hin, dass die Behörde versuche, Optionstarife von Fall zu Fall zu beurteilen und wegen Erweiterung der Wahlmöglichkeiten der Verbraucher dann zu genehmigen, wenn sie den Wettbewerb nicht gefährdeten. Dies sei beim jetzigen Tarifantrag der Fall gewesen. Dieser sei genehmigungsfähig, weil er für Wettbewerber nachbildbar sei. Auch bestehende Angebote der Wettbewerber von ähnlichen Pauschaltarifen in Deutschland und Europa zeigten, dass derartige Tarifmodelle eine Ergänzung des Angebots darstellten und wettbewerbskonform seien, so Kurth.

Telekom muss Berichtsheft führen

Die Genehmigung des neuen Optionsangebots ist zusätzlich an eine Berichtspflicht gebunden. Dabei wurde der Telekom auferlegt, im Abstand von jeweils einem Monat der RegTP die Entwicklung der Kundenzahlen sowie des tatsächlichen Nutzungsverhaltens bei diesem Angebot zu melden. Nach Angaben des Regulierers soll damit zusätzlich gewährleistet und überwacht werden, dass keine Beeinträchtigungen des Wettbewerbs erfolgen.

Ungewöhnlich: Kurth greift Kritik an Tarif auf

"Dennoch rate ich allen Telefonkunden, bei der Wahl eines Optionstarifs vor allem das Kleingedruckte der Anzeige sorgfältig zu lesen. Derartige Tarife rechnen sich nicht für Viel-, sondern vor allem für Langtelefonierer. Man sollte sein Telefonverhalten auf Grund der zurückliegenden Rechnungen ausführlich analysieren und bewerten. Die erhöhten Grundgebühren werden auch dann fällig, wenn man im Urlaub und auf Reisen ist. Vermeintliche Vorteile können sich ins Gegenteil verkehren. Die RegTP setzt allerdings auf den mündigen und aufgeklärten Verbraucher und dessen Letztentscheidung", erklärte Präsident Kurth abschließend.

Kurth greift damit die "Pferdefüße" des neuen Angebots auf, die bereits im Vorfeld des 10 Cent-Antrags thematisiert worden waren. Der Tarif rechnet sich in der Tat nur für Langtelefonierer, die gerne Dauergespräche führen. Die 12 Cent pro Stunde sind eben auch dann weg, wenn man beispielsweise nur einen Anrufbeantworter erreicht. Der neue Tarif soll mit allen Optionstarifen kombinierbar und möglicherweise schon ab Juli zu haben sein.

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