Statement

Ramsauer will bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos

Zwei Wochen vor dem Elektroauto-Gipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Zielvorgabe erhöht. Eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bis 2020 seien ihm "eigentlich zu gering", so der Minister.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Leipzig (afp/red) - Das sagte Ramsauer der "Leipziger Volkszeitung" vom Montag. Eine Prämie für den Kauf eines Elektroautos lehnte er erneut ab.

Ziel der Bundesregierung sei, dass bis 2020 eine Million von Elektromotoren getriebe Fahrzeuge unterwegs sind, sagte Ramsauer der Zeitung. "Mir ist diese Zahl eigentlich zu gering." Derzeit führen 42 Millionen Pkw auf Deutschlands Straßen, in zehn Jahren würden es voraussichtlich 45 Millionen sein. Davon sei dann nur ein Fünfundvierzigstel mit E-Motor ausgestattet. Zur Zeit fahren in Deutschland laut Kraftfahrzeugbundesamt knapp 1600 Elektroautos.

Eine Prämie für den Kauf eines Elektroautos als Starthilfe für die Industrie wies Ramsauer zurück, da es derzeit kein marktreifes deutsches Elektrofahrzeug gebe. Die deutschen Hersteller bräuchten den Wettbewerb aber nicht zu fürchten, sagte der Verkehrsminister der Zeitung.

Allerdings ist in Deutschland noch "eine Fülle von Fragen ungeklärt", wie Ramsauer sagte. Er nannte die Ausstattung von Aufladestationen an Tankstellen oder die Ausgestaltung von Steckdosen.

Fragen wie diese sollen die Teilnehmer des Elektromobilitätsgipfels bei Merkel am 3. Mai besprechen. Bereits beschlossen ist die Gründung von sieben Arbeitsgruppen. Eine davon, die Arbeitsgruppe Rahmenbedingungen, solle BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger leiten, berichtete das "Handelsblatt" am Montag. Die Besetzung der Arbeitskreise sei für die Autokonzerne wichtig, da dort direkt Einfluss genommen werden könne, zitierte die Zeitung Industriekreise. Einen "Mr. Elektroauto" suche die Industrie hingegen noch. Die Aufgabe gelte als "sehr große Herausforderung", da viele verschiedene Interessen aus Industrie und Politik abgestimmt werden müssten und es kein eigenes Budget gebe.

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, warnte vor zu hohen Erwartungen an Elektrofahrzeuge. Sie seien keine kurzfristige Lösung im Kampf gegen den Treibhauseffekt, sagte er der "Berliner Zeitung" vom Montag. Die allermeisten Autos würden auch 2020 noch mit fossilem Treibstoff fahren, "da müssen wir einsparen".

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