Bergbau

RAG-Stiftung: Kosten für Steinkohle-Ausstieg sind gedeckt

Die RAG-Stiftung hat erneut ihr Vermögen bekannt gegeben und versichert, dass ausreichend Geld für die Folgekosten für den Ausstieg aus der Steinkohle vorhanden ist. Die Stiftung rechnet damit, dass ab dem kommenden Jahr rund 220 Millionen Euro an Kosten anfallen werden.

Kohlebergbau© eyetronic / Fotolia.com

Essen - Die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten der Ende des Jahres auslaufenden Steinkohleförderung in Deutschland ist nach Angaben der dafür zuständigen RAG-Stiftung gesichert. Die Rückstellungen für die sogenannten Ewigkeitsaufgaben seien im vergangenen Jahr um 430 Millionen auf 5,27 Milliarden Euro gestiegen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Bernd Tönjes, am Dienstag in Essen. Für dieses Jahr erwartet die Stiftung einen Anstieg um weitere 420 Millionen Euro. Insgesamt beziffert die Stiftung ihr Vermögen auf rund 17 Milliarden Euro.

Stiftung rechnet mit 220 Millionen Euro an Ausgaben pro Jahr

Mit dem Geld soll unter anderem das Abpumpen des Grubenwassers aus den stillgelegten Zechen finanziert werden. Für diese und andere Aufgaben kalkuliert die Stiftung Ausgaben von rund 220 Millionen Euro pro Jahr, die erstmals 2019 gezahlt werden müssen. Die Stiftung stehe dafür ein, "dass der öffentlichen Hand die Kosten für die Ewigkeitsaufgaben auf Dauer erspart bleiben werden", sagte Tönjes bei der Vorlage des Jahresberichts für 2017.

Personalabbau soll sozialverträglich gestaltet werden

Ende des Jahres schließen die beiden letzten deutschen Zechen in Bottrop und Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen. Dann werden beim Kohlekonzern RAG noch 3.550 Menschen beschäftigt sein. Auch nach der Einstellung der Kohleförderung werde der weitere Personalabbau sozialverträglich erfolgen, sagte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, die im Stiftungsvorstand für Personal zuständig ist. Der Personalbestand soll bis 2022 auf rund 470 Mitarbeiter sinken, die dann dauerhaft die Wasserhaltung in den Gruben übernehmen oder für die Rekultivierung alter Bergbauflächen zuständig sind.

Evonik-Dividenden bringen am meisten Geld ein

Wichtigste Einnahmequelle der Stiftung sind die Dividenden des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik, der für das vergangene Jahr 364 Millionen Euro an die Stiftung abgeführt hat. Beim Ergebnis von Evonik sieht Tönjes "durchaus Potenzial". Die Stiftung setze planmäßig die Streuung ihres Vermögens fort, sagte Finanzvorstand Helmut Linssen. Inzwischen machen andere Beteiligungen und Finanzanlagen mehr als 40 Prozent des Vermögens aus.

Quelle: DPA

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