Emissionshandelsmissbrauch

Prozess gegen E.ON und RWE dauert an

In dem vom Bundeskartellamt eingeleiteten Missbrauchsverfahren gegen die beiden größten deutschen Stromkonzerne E.ON und RWE im Zusammenhang mit dem Emissionshandel ist ein schnelles Ende nicht absehbar. Es gebe noch zahlreiche Fragen zu klären, sagte Kartellamts-Präsident Ulf Böge in Düsseldorf.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - "Wir haben noch keine abgeschlossene Meinung dazu", fügte Böge hinzu. Auch sei derzeit noch völlig unklar, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Nach Angaben von Böge untersucht das Kartellamt derzeit vor allem die Einflüsse auf die Preisentwicklung der Kohlendioxid (CO2)-Zertifikate. So werde auch der Handel an der Leipziger Strombörse genau analysiert.

Das Kartellamt hatte Mitte August nach Beschwerden aus der Industrie die Verfahren gegen E.ON und RWE eingeleitet. Die Bonner Wettbewerbsbehörde prüft nun, ob die Unternehmen den Handel mit CO2-Zertifikaten ausnutzen, um ihre Strompreise weiter in die Höhe zu treiben. Den Versorgern wird vorgeworfen, sie kalkulierten die unentgeltlich zugeteilten Zertifikate mit einem hohen Börsenpreis als Kosten in ihren Strompreis ein.

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