Preissteigerungen

Prognose: Fernbus-Reisen bleiben nicht so billig

Fernbus-Reisen durch Deutschland sind noch relativ jung, die Marktanteile sind noch nicht festgezurrt und die bisherigen Anbieter versuchen mit Niedrigpreisen tiefzustapeln.

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Fernbus-Reisen durch Deutschland sind noch relativ jung, die Marktanteile sind noch nicht festgezurrt und die bisherigen Anbieter versuchen mit Niedrigpreisen tiefzustapeln. Das könnte sich aber künftig ändern: Zwar ist der Markt noch am Wachsen, große Gewinne dürften die Billigtickets den Unternehmen aber nicht einbringen.

Fernbus-Verkehr: Ein wachsender Markt

Der Fernbus-Markt entwickelt sich rasend schnell. Seit der Liberalisierung Anfang 2013 gibt es rund 40 Anbieter auf dem Markt, etwa 300 Busse sind laut Bundesverband Deutscher Omnibusbetreiber (BDO) in Deutschland unterwegs. Und die Prognosen zeigen einen Aufwärtstrend: "77 Prozent der Deutschen wissen, dass es Fernbusse gibt, aber nur drei Prozent haben bisher einen Fernbus genutzt, und 45 Prozent könnten sich vorstellen, mit dem Fernbus zu fahren", teilte Wolfgang Steinbrück, Präsident des BDO der Online-Ausgabe der "Welt" mit. Bei den Gästen rechne man bis 2030 mit einer Zahl von rund 25 Millionen. Zum Vergleich: Rund neun Millionen Fahrgäste sollen es im Jahr der Markteröffnung gewesen sein.

Geringe Einnahmen

Um möglichst viele Kunden abzufangen, versuchen die Anbieter ihre Konkurrenten zu unterbieten. Derzeit kann man beispielsweise für knapp 30 Euro von München bis nach Hamburg fahren. "Aber irgendwann geht das nicht mehr. Da werden die Investoren den handelnden Personen schon auf die Finger klopfen", prognostiziert Steinbrück. Er geht sogar davon aus, dass bisher keine Gewinne geschrieben wurden.

Die Branche beschäftige neben dem Unterbietungswettbewerb gleichzeitig noch ein anderes Problem. Durch den Boom gäbe es zu wenige Busfahrer – in den kommenden Jahren könnten mindesten 10.000 Fahrer fehlen. Das würde man bereits jetzt im Nahverkehr spüren: Die Busfahrer aus den Städten fänden sich auf den Fernstrecken wieder.

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