Kein Schwund

Privatkassen widersprechen Bericht über Mitgliederzahlen

Der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) weist Medienberichte zurück, laut denen die privaten Kassen mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen hätten. Der Spiegel hatte berichtet, dass im vergangenen Jahr die Zahlen der Mitglieder bei den privaten zugunsten der gesetzlichen Kassen zurückgegangen seien.

09.01.2012, 10:55 Uhr
Sparbuch© svort / Fotolia.com

Hamburg/Bielefeld (dapd/red) - "Tatsache ist, dass jedes Jahr weitaus mehr gesetzlich Versicherte in die private Krankenversicherung wechseln als umgekehrt", sagte PKV-Sprecher Stefan Reker den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe). "Wenn die gesetzlichen Krankenversicherungen einen anderen Anschein zu erwecken suchen, ist das unseriös." Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete vorab, dass sich vergangenes Jahr bei der Techniker Krankenkasse etwa 68.000 ehemalige Privatpatienten versicherten, beinahe zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Angeblich wollen viele in eine gesetzliche Kasse wechseln

Die Barmer GEK verzeichnete demnach mit rund 27.600 Versicherten von der privaten Konkurrenz einen Anstieg um neun Prozent. Auch bei der AOK häuften sich dem Nachrichtenmagazin zufolge die Anfragen Wechselwilliger. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) nahm derweil die privaten Kassen wegen der hohen Zahl der Privatpatienten, die in die gesetzliche Versicherung wechseln wollen, in die Pflicht. "Sie schöpfen noch längst nicht alle Möglichkeiten aus, den Versicherten günstigere Tarife anzubieten", sagte Bahr der "Neuen Westfälischen Zeitung" (Montagausgabe).

Bundesgesundheitsminister kritisiert Tarifangebot

Außerdem müsse vermieden werden, Anreize zu schaffen, das Kassensystem zu unterwandern und zur gesetzlichen Kasse zu wechseln. Die Politik habe bereits Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen, wie zum Beispiel das neue Arzneimittelgesetz, sagte Bahr weiter. Dies senke die Kosten für Medikamente erheblich. "Dadurch ließen sich zwei Milliarden Euro einsparen. Davon profitieren natürlich auch die privaten Kassen", fügte Bahr hinzu.

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