Haftpflichtschäden

Privathaftpflicht: Kleinkinder sind nicht immer mitversichert

Privathaftpflicht-Tarife decken nicht grundsätzlich auch die Schäden von Kindern ab. Kleinkinder gelten als deliktunfähig. Verivox hat 239 Familien-Tarife geprüft: Bei 27 Verträgen sind deliktunfähige Kinder nicht mitversichert.

24.03.2020, 12:06 Uhr
KinderDer Aufpreis für Privathaftpflicht-Tarife, bei denen Kleinkinder mitversichert sind, kostet nur wenige Euro mehr im Jahr.© Syda Productions / Fotolia.com

Rund jeder neunte Privathaftpflicht-Tarif versichert Kinder unter sieben Jahren nicht mit. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Top-Schutz gibt es aber schon für 54 Euro im Jahr.

In diesen Fällen zahlt die Versicherung nicht für die Kinder

In 27 von 239 ausgewerteten Familien-Tarifen sind deliktunfähige Kinder nicht mitversichert. Damit werden Haftpflichtschäden, die Kinder unter sieben Jahren anrichten, nicht gezahlt. Im Straßenverkehr liegt die Grenze bei zehn Jahren.

Kleinkinder gelten als deliktunfähig. Wenn sie einen Schaden verursachen, dann haften sie selbst nicht und die Eltern haften ebenfalls nicht, solange sie ihre Aufsichtspflicht erfüllt haben. Wo niemand haftet, muss auch die Versicherung nicht zahlen.

"Das sorgt aber gerade im Familien- und Bekanntenkreis schnell für Ärger. Deswegen empfehlen wir jungen Eltern nur Tarife mit Schutz für deliktunfähige Kinder", sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Dann werden auch die Schäden beglichen, die eigentlich niemand bezahlen müsste.

Kinder können für 7 Euro Aufpreis im Jahr mitversichert werden

Der günstigste Familientarif kostet 38 Euro im Jahr. Der günstigste Tarif mit Schutz für deliktunfähige Kinder ist nur sieben Euro teurer und versichert Schäden bis zu 20.000 Euro. Schutz in Millionenhöhe für deliktunfähige Kinder gibt es schon ab 54 Euro.

Höchstgrenzen sind bei Familien-Versicherungen gestiegen

Als die Zeitschrift "Finanztest" vor 10 Jahren Haftpflichttarife prüfte, war die Situation noch deutlich schlechter. Nur bei etwa der Hälfte der Angebote waren damals deliktunfähige Kinder versichert. Eine Höchstgrenze von 5.000 oder 10.000 Euro war Standard. Heute gibt es den Schutz bei 89 Prozent der Tarifen und die Höchstgrenzen sind deutlich gestiegen. Von den 212 Tarifen, die in der Verivox-Auswertung deliktunfähige Kinder versicherten, zogen 66 eine Höchstgrenze bei 3.000 bis 30.000 Euro. Die übrigen 146 Angebote versicherten diese Schäden mit höheren Grenzen, oft sogar in Millionenhöhe. Ausgewertet wurden insgesamt 239 Tarife von 46 Anbietern, die bei Verivox verglichen werden können.

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