Statistik

Primärenergieverbrauch in Deutschland gesunken

Deutschland hat seit Beginn des Jahres 2,8 Prozent weniger Primärenergie verbraucht als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Grund: Deutlich wärmere Witterung und die schwache Konjunktur. Bei der Stromerzeugung aus Wasser- und Windkraftanlagen war allerdings ein Anstieg zu verzeichnen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Der gesamte Primärenergieverbrauch in Deutschland ist nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in den zurückliegenden neun Monaten dieses Jahres auf etwa 353 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten gesunken. Das waren 2,8 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis hätten die deutlich wärmere Witterung und die schwache Konjunktur beigetragen.

Der Mineralölverbrauch lag mit fast 137 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 3,9 Prozent unter dem Vergleichswert für 2001. Vor allem der starke Rückgang beim Absatz von leichtem Heizöl (minus 12,2 Prozent) bestimmte die gesamte Verbrauchsentwicklung. Auch die übrigen Produkte, vor allem Kraftstoffe und Rohbenzin, verzeichneten Rückgänge. Der Erdgasverbrauch sank um fast eine Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten oder 1,5 Prozent, maßgeblich bedingt durch die im Vorjahresvergleich wärmeren Temperaturen und die schwache Konjunktur. Dies führte zu niedrigerer Erdgasnachfrage im Haushaltssektor, aber auch in der Industrie und Kraftwirtschaft, gab die AG Energiebilanzen bekannt.

Der Steinkohlenverbrauch war mit 46,4 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 4,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich dafür sei vor allem der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft gewesen. Der Steinkohlenverbrauch der Stahlindustrie ging konjunkturbedingt leicht zurück. Der Braunkohlenverbrauch nahm um zwei Prozent auf knapp 42 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten zu. Der Zuwachs sei auf höhere Lieferungen (plus 4,4 Prozent) an die Kraftwerke der allgemeinen Stromversorgung zurückzuführen. Der Heizwert der Förderung war jedoch insgesamt niedriger als im Vorjahr, so dass die Stromerzeugung nicht im gleichen Maße gestiegen ist.

Auch die Stromerzeugung der Kernkraftwerke erreichte mit fast 45 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten einen um 5,9 Prozent niedrigeren Wert als im Vorjahr. Der Anstieg der Stromerzeugung bei Wasser- und Windkraftanlagen betrug 14,3 Prozent. Und auch der Verbrauch von sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger) stieg gegenüber dem Vorjahr.

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