Strompreise

Preiserhöhung beim Strom: Sonderkündigungsrecht nutzen

Strom wird 2020 erneut teurer, das haben bereits viele Energieversorger angekündigt. Egal welche Gründe für eine Preiserhöhung angeführt werden: Stromkunden können ihren Anbieter unter diesen Umständen wechseln.

09.12.2019, 11:32 Uhr (Quelle: DPA)
Steckdose© Birgit Reitz-Hofmann / Fotolia.com

Für viele Verbraucher wird der Strom im Jahr 2020 vermutlich teurer. Der Grund dafür: Die EEG-Umlage steigt für das Jahr 2020 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Darauf macht die Verbraucherzentrale NRW aufmerksam.

Um wie viel steigt der Strompreis?

Die Verbraucherschützer rechnen zwei Beispiele vor: Wer im Schnitt 2.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht, würde zehn Euro mehr zahlen. Für eine Familie, die durchschnittlich 4.000 Kilowattstunden pro Jahr Strom nutzt, wären es knapp 17 Euro pro Jahr an Mehrkosten.

Ob und in welcher Höhe die Anbieter die Erhöhung der EEG-Umlage oder etwa Netzgelte weitergeben, ist ihnen überlassen. Viele Anbieter hatten aber bereits angekündigt, dass sie diese Erhöhung weitergeben.

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen beim Strom

Bei Preiserhöhungen - etwa aufgrund der EEG-Umlage oder Steuern - haben Kunden auf jeden Fall ein Sonderkündigungsrecht. Stromanbieter dürfen dies vertraglich auch nicht ausschließen, entschied der Bundesgerichtshof in einem früheren Urteil (Az.: VIII ZR 163/16).

Kunden in der Grundversorgung müssen sechs Wochen vorher einen Brief erhalten, der die Preiserhöhung ankündigt. Andere Stromanbieter müssen ihre Kunden rechtzeitig informieren - also vor Ablauf der Abrechnungsperiode. Dies ist nicht nur per Brief, sondern auch per E-Mail möglich, wenn Kunden dieser Kontaktaufnahme zugestimmt haben. Wer befürchtet, das Schreiben verpasst zu haben, sollte bei seinem Energieversorger nachfragen.

Konditionen der Stromanbieter vergleichen und kündigen

Wer seinen Stromanbieter wechselt, kann sparen. Das gilt insbesondere für Kunden, die noch in der Grundversorgung sind. Verbraucher sollten die Konditionen etwa Laufzeit und Kündigungsfrist mehrerer Anbieter genau vergleichen. Denn der Preis allein ist nicht entscheidend.

Die Kündigung muss beim alten Anbieter eintreffen, bevor die Preiserhöhung in Kraft tritt. Am besten schicken Verbraucher ihre Kündigung per Einschreiben, damit sie einen Nachweis haben. Bei Problemen können sie sich an die unabhängige Schlichtungsstelle Energie wenden.

Strompreise vergleichen
Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    EEG-Umlage und Netzgebühren steigen

    Neben der EEG-Umlage steigen auch die Netzentgelte im kommenden Jahr. Auf Stromkunden kommt somit sehr wahrscheinlich eine Preiserhöhung zu. Letztendlich entscheiden die Stromversorger, wie viel sie von den Kosten weitergeben.

  • Strom- und Gaspreise

    Deutlicher Preisanstieg bei Strom und Gas

    Strom kostet in diesem Jahr rund 30,85 Cent pro Kilowattstunde und ist damit so teuer wie nie zuvor. Gleichzeitig sind die Preise für Gas erstmals wieder in den letzten Jahren angestiegen. Laut Bundesnetzagentur sind es besonders die Großhandelspreise, die die Kosten in die Höhe treiben.

  • Strompreis

    Verivox: Staat bleibt der größte Preistreiber beim Strom

    Die Kosten für Strom setzen sich aus mehreren großen Kostenblöcken zusammen. Über die Hälfte machen staatliche Abgaben und Steuern aus. Das Vergleichsportal Verivox zeigt, wie der Staat Verbraucher entlasten könnte.

Top