Netzagentur

Preise im Mobilfunk könnten weiter sinken

Die Preise für Anrufe aufs Handy könnten schon bald erneut ins Rutschen geraten. Zum ersten Dezember sollen die Durchleitungsentgelte, die die großen Mobilfunker Wettbewerbern berechnen, sinken. Ob die Anbieter die Preissenkungen weitergeben, steht noch nicht fest.

16.11.2012, 17:45 Uhr
Handytarife© Cheyenne / Fotolia.com

Bonn (dapd/red) - Die Bundesnetzagentur will die Durchleitungsentgelte, die T-Mobile, Vodafone, E-Plus und Telefónica/o2 den Wettbewerbern für Anrufe in ihre Netze in Rechnung stellen, zum ersten Dezember fast halbieren, wie ein Sprecher der Behörde am Freitag mitteilte.

Sinkende Entgelte könnten Minutenpreise reduzieren

Statt wie bisher 3,36 oder 3,39 Cent je Minute können die Netzbetreiber dann nur noch 1,85 Cent berechnen. Zum ersten Dezember 2013 sollen die Preise noch einmal geringfügig auf 1,79 Cent je Minute sinken. Es liege an den Anbietern, ob sie dies weitergäben, sagte der Sprecher.

Mehr Datenverkehr, weniger Sprachverbindungen

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, begründete die Kürzungen mit dem Siegeszug der Smartphones und dem damit verbundenen Anstieg des Datenverkehrs. Dadurch entfalle ein immer geringerer Anteil der Gesamtkosten eines Mobilfunketzes auf den Sprachverkehr.

Die Entscheidung der Aufsichtsbehörde gilt zunächst nur vorläufig, weil noch ein vierwöchiges nationales Konsultationsverfahren durchgeführt werden muss. Außerdem können die EU-Kommission und die Regulierungsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten Stellung nehmen.

Kritik von den Mobilfunknetzbetreibern

Bei den Mobilfunkbetreibern stieß das Vorgehen der Netzagentur allerdings auf scharfe Kritik. "Wir sehen dies als völlig falsches Signal, insbesondere weil die deutsche Telekommunikationsindustrie derzeit Milliarden Euro in den LTE-Ausbau investiert", erklärte Vodafone. Durch die dramatische Absenkung werde dem Markt Geld entzogen, das dringend für den Netzausbau benötigt werde. Eine weniger harte Absenkung wäre nach Einschätzung des Konzerns eher im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland gewesen.

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Zusammenschluss O2 e-plus

    Kartellamt warnt vor steigenden Mobilfunkpreisen

    Das Bundeskartellamt hat gegenüber der EU Bedenken hinsichtlich der E-Plus-Übernahme durch Telefonica o2 geäußert. Sollte es tatsächlich zum Zusammenschluss kommen, könnten die Mobilfunkpreise in Deutschland deutlich steigen

  • Hotspot

    Warum Mobilfunk in Deutschland teurer ist

    Die Terminierungsentgelte liegen in Deutschland vergleichsweise hoch, wodurch die Mobilfunkpreise deutlich höher sind als in anderen europäischen Ländern. Im April schaltete sich die EU-Kommission diesbezüglich ein.

  • LTE

    LTE mit dem iPhone 5: Nur in 60 Städten möglich

    Das neue iPhone 5 ist wie erwartet LTE-tauglich - dumm nur, dass der volle LTE-Speed bloß in 60 deutschen Städten zu nutzen ist. Denn das iPhone ist nur kompatibel mit LTE 1800, einem Standard, den es nur an bestimmten Orten gibt.

  • Vodafone

    Vodafone vermeldet über 200.000 LTE-Kunden

    Vodafone Deutschland ist mit einem guten Umsatzplus in das neue Geschäftsjahr 2012/2013 gestartet, welches vor allem auf die Entwicklungen im Bereich der Datendienste zurückführen ist. Außerdem ist Vodafone beim LTE-Ausbau gut vorangekommen.

  • Smartphone

    Vodafone startet Joyn-Messenger im August

    Die Einführung des SMS-Nachfolgers Joyn verzögert sich voraussichtlich bis in den August. Dann will Vodafone den Dienst für Smartphones anbieten. Die Telekom braucht noch etwas länger und will den Dienst im Oktober einführen.

Top